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08.08.2018

Übernahme: EY kauft Rechtsdienstleister Riverview Law

Ernst & Young hat in Großbritannien den Rechtsdienstleister Riverview Law gekauft und fusioniert ihn mit seinem Rechtsberatungsarm EY Law. Die bisherigen Gesellschafter von Riverview, DLA Piper und AdvisorPlus, wollen bis Ende August ihre Anteile übertragen haben. Chef von EY Riverview Law wird dann der Brite Chris Price, bislang Global Head of Alliances – Tax bei EY.

Chris Price

Chris Price

Riverview war 2012 einer der ersten Anbieter von juristischen Dienstleistungen. Ziel war damals, Rechtsberatung zu Fixpreisen und ohne Stundenabrechnung anzubieten. Inzwischen besteht das knapp 100-köpfige Team britischen Medienberichten zufolge zu einem großen Teil aus Prozessmanagern, IT-Entwicklern und Datenanalysten. Der bisherige CEO von Riverview, Karl Chapman, sagte laut Law Society Gazette, Riverview setze bei der Suche nach neuem Personal auf Schulabgänger, die man intern aus- und weiterbilde und weniger auf qualifizierte Rechtsanwälte. „Die Anwaltschaft befindet sich in einer Zeit bedeutender globaler Umwälzungen. Veränderungen in der Regulierung, in der Technologie und vor allem in der Kundenerwartung schaffen die Chance für eine flexiblere und kundenorientiertere Herangehensweise an die Erbringung von Rechtsdienstleistungen“, so Chapman.

Kim hilft beim Sparen

Inzwischen bildet die Digitalisierung einen besonderen Schwerpunkt im Geschäftsmodell. Standardisierte Arbeitsprozesse und Dokumentenmanagement laufen automatisiert über eine Technologieplattform. Dabei kommt auch das Legal-Tech-Modul Kim zum Einsatz, das Riverview gemeinsam mit der 2015 übernommenen IT-Schmiede CliXLEX entwickelt hat. Mit der Universität Liverpool forscht Riverview seitdem auch zu den Möglichkeiten, künstliche Intelligenz im Rechtswesen einzusetzen.

EY Law verspricht sich von der Übernahme, Pionier beim Einsatz von automatisierten Dienstleistungen zu werden und damit vor allem Kosten zu senken, Effizienz zu steigern und Risiken zu managen. Chris Price, künftiger Riverview-CEO, erklärte: „Ich habe noch keinen General Counsel getroffen, der unterbeschäftigt ist. Daher werden wir versuchen, einen einfachen Mechanismus zur Bewertung von Aufgaben bereitzustellen, die erforderlichen Fähigkeiten zur Erfüllung dieser Aufgaben zu bewerten und interne und externe Beraterkompetenzen angemessen zuzuweisen, während wir gleichzeitig die Rechtsfunktion dabei unterstützen, den maximalen Wert und die Servicequalität zu steigern.“

Über die finanziellen Details der Übernahme wurde nichts bekannt. Zum Abschluss des Geschäftsjahres Ende September 2017 veröffentlichte Riverview Verbindlichkeiten in Höhe von 2,3 Millionen Pfund (rund 2,5 Millionen Euro) und einen Verlust von 17.000 Pfund (knapp 19.000 Euro). (Christiane Schiffer)

 

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