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05.09.2018

Unter Verdacht: Hamburger Unternehmer Falk verteidigt sich mit Strate und Bliwier

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat den Hamburger Unternehmer Alexander Falk festgenommen. Sie wirft ihm Anstiftung zu einem Tötungsdelikt vor. Es soll dabei um ein Attentat auf den Partner einer Wirtschaftskanzlei in Frankfurt aus dem Jahr 2010 gehen. Falk, der die Tat bestreitet, hat nach JUVE-Informationen die Hamburger Strafverteidiger Thomas Bliwier von bdk Rechtsanwälte und Dr. Gerhard Strate beauftragt.

Thomas Bliwier

Thomas Bliwier

Zur Vorgeschichte gehört möglicherweise ein Unternehmensverkauf aus dem Jahr 2000. Damals verkaufte der Erbe des Kartographie-Verlags und damalige Internetunternehmer Alexander Falk seine Firma Ision an die britische Energis. Wie sich später herausstellte, hatte Falk mit Scheingeschäften die Bilanzen von Ision geschönt und damit den Kaufpreis in die Höhe getrieben. Energis musste daraufhin Insolvenz anmelden und Falk wurde 2008 zu vier Jahren Haft verurteilt.

Parallel dazu nahm Energis den Hamburger Unternehmer auch zivilrechtlich in Anspruch und bekam schließlich 2012 vom Landgericht Hamburg über 200 Millionen Euro Schadensersatz zugesprochen. Falk wurde damals von Heuking Kühn Lüer Wojtek vertreten.

Gerhard Strate

Gerhard Strate

Zum Anwaltsteam von Energis gehörte auch der Frankfurter Partner, auf den 2010 in Frankfurt geschossen wurde. Der Anwalt (Name ist der Redaktion bekannt) wurde damals schwer verletzt. Wer geschossen hat, ist bis heute nicht klar. Nach einem Verdächtigen wurde in dieser Zeit sogar mit Hilfe der ZDF-Sendung ‚Aktenzeichen XY ungelöst‘ gesucht. Es soll dabei einige Hinweise gegeben haben, die nach Hamburg führten, eine heiße Spur war offenbar nicht darunter. Falk saß zu dieser Zeit bereits in Haft.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt Falk erneut in seiner Hamburger Firma festgenommen. Die Bild-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet. Was nun – acht Jahre später – zum Haftbefehl gegen Falk führte, ist nicht bekannt. Über seine Anwälte ließ er mitteilen, dass er die Vorwürfe zurückweise und sich zu gegebener Zeit äußern werde.

Strate und Bliwier hatten Falk bereits 2008 verteidigt, als dieser wegen gemeinschaftlichen versuchten Betrugs verurteilt worden war. Damals gehörten auch noch Dr. Sven Thomas von Thomas Deckers Wehnert Elsner und Dr. Marc Langrock (heute Langrock Voß & Soyka) zum Verteidigerteam. Thomas, der inzwischen altersbedingt kürzer tritt und Langrock gelten beide als klassische Wirtschaftsstrafverteidiger. Strate, einer der bekanntesten Strafverteidiger Deutschlands, ist aktuell auch involviert in die Verfassungsbeschwerde gegen den sogenannten Staatstrojaner. Sein Hamburger Kollege Bliwier stand zuletzt gemeinsam mit seiner Kanzleipartnerin Doris Dierbach und Partner Alexander Kienzle als Nebenklagevertreter im NSU-Prozess im Licht der Öffentlichkeit. (Christiane Schiffer)

 

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