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04.10.2018

Vor dem IPO: Knorr-Bremse verstärkt Corporate Office mit Hengeler-Anwalt

Knorr-Bremse trifft weitere Vorbereitungen für den geplanten Börsengang Mitte Oktober: Von ihrer langjährigen Beraterin Hengeler Mueller holte sie zu Anfang Oktober den Aktien- und Kapitalmarktrechtler Dr. Moritz Schuler (34) an Bord. Er übernahm die Leitung des Corporate Office innerhalb der Rechtsabteilung, das bislang in Personalunion von Compliance-Chef Rasso Böck verantwortet wurde.

Moritz Schuler

Moritz Schuler

Schuler ist mit Knorr-Bremse bestens vertraut: Er verbrachte die vergangenen 14 Monate als Secondee in der Konzernrechtsabteilung, um den Börsengang mit vorzubereiten. Erfahrung mit Börsengängen hat der Gesellschaftsrechtler schon bei Osram und Scout24 gesammelt. Er gehörte außerdem zu dem Hengeler-Team, das die gesellschaftsrechtliche Ausgliederung von Siemens Healthcare steuerte.

Bei Knorr-Bremse wird nicht nur die aktien- und konzernrechtliche Beratung des Vorstands und Aufsichtsrats in Schulers Zuständigkeiten fallen und damit auch die Vorbereitung und Durchführung von Aufsichtsratssitzungen und Hauptversammlungen. Er ist außerdem für das Beteiligungsmanagement sowie die kapitalmarktrechtlichen Verpflichtungen des bald börsennotierten Konzerns verantwortlich. Zum Corporate-Governance-Team von Schuler gehört eine Inhouse-Counsel am Standort München sowie jeweils ein Jurist mit Corporate-Governance-Erfahrung in den USA und in Hongkong. 

Schuler berichtet an Group General Counsel Dr. Ilkin Karakaya, der die Rechtsgeschäfte des Familienunternehmens seit Herbst 2014 führt. Mit Blick auf den Börsengang wird der Münchner Bremsenhersteller inzwischen auf bis zu 14 Milliarden Euro taxiert. Der IPO könnte bis zu 4,2 Milliarden Euro für die Familienholding einspielen.

Börsenpläne offenbaren Schiedsverfahren

Über den Börsenprospekt wurde zuletzt auch ein schiedsgerichtliches Verfahren mit dem Automobilzulieferer Robert Bosch offengelegt. Die beiden Unternehmen sind sich über die Produktion von Lenksystemen für Lkw uneins und sehen sich in dem Segment zunehmend als Konkurrenten. Bosch fordert von Knorr Bremse, dass er ihn bei der Tochterfirma ‚Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge‘  und einer Gemeinschaftsfirma in Japan (KB CVS Japan) auslöst, an der Bosch beteiligt ist. Bei der Verkaufsoption, die Bosch im Sommer gezogen hat, geht es um einen Anteilswert in Höhe von knapp 380 Millionen Euro. Nach JUVE-Recherchen hat Knorr-Bremse für das Schiedsverfahren, das voraussichtlich etwa zwei Jahre dauern wird, Freshfields Bruckhaus Deringer mandatiert. Hier beraten Roman Mallmann, Leiter der Commercial-Disputes-Gruppe in Deutschland und Österreich sowie Aktienrechtler Stephan Waldhausen. Für Bosch ist in streitigen Verfahren – sowohl gerichtlich wie außergerichtlich – regelmäßig Haver Mailänder-Partner Gert Brandner im Einsatz. (Sonja Behrens)

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