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07.12.2018

Interne Lösung: Bayer vertraut bei großem Stellenabbau auf Inhouse-Team

Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer will bis Ende 2021 weltweit rund 12 000 Stellen abbauen – viele davon in Deutschland. Der größte Teil des Stellenabbaus werde auf das Pflanzenschutzgeschäft und auf die übergreifenden Konzernfunktionen entfallen, teilte Bayer mit. Vom Abbau sei ein bedeutender Anteil an Arbeitsplätzen in Deutschland betroffen, aber nicht die Mehrzahl der 12.000 Stellen. Der Konzern beschäftigt insgesamt 118.200 Mitarbeiter.

Ingo Nebel

Ingo Nebel

Bayer vereinbarte mit dem Betriebsrat in Deutschland ein Zukunftssicherungsprogramm, das betriebsbedingte Kündigungen im Personalverbund der Bayer AG in Deutschland bis Ende 2025 grundsätzlich ausschließt. Die Effizienz- und Strukturmaßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Dax-Konzerns steigern und einschließlich der erwarteten Synergien aus der Monsanto-Übernahme von 2022 an jährliche Beiträge in Höhe von 2,6 Milliarden Euro bringen.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern will für den geplanten massiven Personalabbau Mitarbeiter in den Ruhestand schicken. Oliver Zühlke, Chef des Bayer-Gesamtbetriebsrats, sprach gegenüber Medien von einem Programm 57+, wonach Bayer-Beschäftigte mit 57 Jahren in den Ruhestand gehen können.Bis März 2019 sollen die Mitarbeiter den Angaben zufolge Klarheit darüber haben, wie viele der weltweit 12 000 zum Abbau vorgesehenen Stellen in Deutschland wegfallen. Der Abbau soll sozialverträglich erfolgen.

In Wuppertal sollen nach den Plänen von Bayer unter anderem rund 350 Stellen im Biotechnologiebereich gestrichen werden, weil der Konzern aus Kostengründen beschlossen hat, eine fast fertiggestellte Anlage zur Produktion des Blutgerinnungsfaktors VIII erst gar nicht in Betrieb zu nehmen.

Nachdem das Bayer-Management sich mit dem Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat auf die oben genannten Eckpunkte in einer Gemeinsamen Erklärung verständigt hat, soll diese im ersten Quartal 2019 in eine Gesamtbetriebsvereinbarung überführt werden.

Wie bei der letzten umfangreichen Konzernumstrukturierung 2016/17, als Bayer seine ursprünglich eigenständigen Unternehmensteile Crop Science, Pharma und Consumer Health  wieder in die Aktiengesellschaft integriert hat, sind die Inhouse-Juristen auch jetzt erneut ohne externe Berater aktiv. Die arbeitsrechtlichen Fragen, die bislang den Kern der Umstrukturierungen ausmachen, berät ein Team um den Leiter der Abteilung Labor & Social Law, Ingo Nebel. Neben ihm sind Dr. Jörg Wunderlich und Dr. Jan Schell mit der juristischen Beratung der internen Personabteilungen befasst.

Das insgesamt sechsköpfige Team von Nebel ist innerhalb der Rechtsabteilung im Bereich Corporate angesiedelt und kümmert sich umfassend um die arbeitsrechtlichen Fragen an allen deutschen Standorten. In kollektivrechtlichen Themen arbeitet die Abteilung eng mit den Personalabteilungen zusammen. Wer den Betriebsrat bei den Abbaumaßnahmen berät, ist bislang nicht bekannt. (Simone Bocksrocker, mit Material von dpa)

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