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21.01.2019

Stuttgart: Menold erhöht Gehälter und schließt Lücken im IT- und Gesellschaftsrecht

Die Stuttgarter Kanzlei Menold Bezler setzt die Segel für den Wiederaufbau: Nachdem im vergangenen Sommer neun Berufsträger zu Ebner Stolz wechselten, wird sie nun zwei neue Partner an Bord holen: Von Bartsch kommt als Equity-Partner der IT-Rechtler Dr. Carsten Ulbricht (46). Für die Corporate- und Start-up-Beratung holte sie als Salary-Partner Dr. Karsten Gschwandtner (43) von KPMG Law.

Carsten Ulbricht

Carsten Ulbricht

Ulbricht, der im Februar bei Menold Bezler anfangen wird, hat sich in der Stuttgarter Szene vor allem im IT-, Social Media- und Datenschutzrecht einen Namen gemacht. Er koordiniert regelmäßig Outsourcing-Transaktionen und berät Unternehmen zur Implementierung und Einhaltung von Datenschutzrichtlinien.

Seine Laufbahn begann er 2004 bei der inzwischen aufgelösten Sozietät Diem & Partner, 2013 wechselte er als Partner zu Bartsch und verantwortete dort den Aufbau des Stuttgarter Standorts. Dieser wird mit seinem Wechsel geschlossen. Neben Ulbricht waren dort zwei Counsel und zwei Associates tätig, die nun entweder in die Industrie zu Daimler und Bosch oder in andere Kanzleien gewechselt sind. Bartsch kündigte an, sich auf den Stammsitz in Karlsruhe sowie das jüngere Büro in Frankfurt zu fokussieren.

Der Gesellschaftsrechtler und Transaktionsanwalt Gschwandtner war bei Luther tätig, bevor er 2012 mit einem größeren Team um Dr. Steffen Fortun zu KPMG Law wechselte. Dort hatte er zuletzt als Senior-Manager gearbeitet und mit Partner Lars-Alexander Meixner beispielsweise den baden-württembergischen Autozulieferer ElringKlinger dabei unterstützt, die Schweizer Hug-Gruppe an den französischen Wettbewerber Faurecia zu verkaufen.

Neben dem Transaktionsgeschäft begleitet Geschwandtner auch gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungsprozesse und Neugründungen in der Aufbauphase. Im KPMG Law-Team verbleiben nach seinem Wechsel zehn Berufsträger in Stuttgart, die sich mit gesellschaftrechtlichen Themen und Transaktionen befassen, bundesweit zählt die Praxis mehr als 50 Berufsträger. Zu Menold Bezler wird Geschwandtner im April wechseln.

Wachstum auch aus eigenen Reihen

Menold hatte schon zum Jahreswechsel den Kartellrechtler und Compliance-Berater Dr. Jochen Bernhard zum Equity-Partner ernannt und zudem drei Assoziierte Partner sowie drei Counsel bestellt. Zudem gelang es ihr, im hart umkämpften Stuttgarter Nachwuchsmarkt gleich sechs Associates zu verpflichten, die maßgeblich die beiden Quereinsteiger unterstützen werden. Der Zuwachs im Unterbau dürfte auch dadurch beschleunigt worden sein, dass die Kanzlei zum Jahresbeginn die Gehälter aller Mitarbeiter angehoben hatte. Sie zahlt Berufseinsteigern nun bis zu 100.000 Euro im Jahr. Damit schloss sie auf zu Gleiss Lutz und CMS Hasche Sigle, den Marktführern vor Ort, die den Junganwälten 110.000 beziehungsweise 100.000 Euro als Minimum-Fixgehalt zahlen.

Umsatz auf Kurs

Trotz der Weggänge erzielte die Kanzlei im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung um rund 7 Prozent und kann insofern in Personalausbau investieren. Ihr Gesamtumsatz lag 2018 bei 34,3 Millionen Euro, nach etwa 32 Millionen im Vorjahr. Damit ist ihr Kanzleiumsatz etwa 10 Millionen Euro höher als noch vor fünf Jahren. „Diese Entwicklung ist eine Bestätigung der konsequenten Ausrichtung auf hochwertige Beratungsmandate für den Mittelstand und die öffentliche Hand“, erklärte Co-Managing-Partner Dr. Frank Schäffler gegenüber JUVE. Die Einheit umfasst nun rund 90 Anwälte und Notare. (Sonja Behrens)

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