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23.01.2019

Wirtschaftsstrafrecht: White & Case gewinnt Freshfields-Counsel

Zum März schließt sich Dr. Thomas Helck als Partner White & Case an. Der 42-jährige Wirtschaftsstrafrechler kommt von Freshfields Bruckhaus Deringer, wo er Counsel war.

Thomas Helck

Thomas Helck

Seit Anfang 2017 war am Frankfurter Standort kein Strafrechtspartner mehr ansässig. Im Sommer vergangenen Jahres verabschiedeten sich drei Anwälte in Richtung PwC Legal und das Strafrecht war in Frankfurt nicht mehr besetzt. „Mit Thomas Helck als neuem Partner im Frankfurter Büro senden wir ein klares Signal in den Markt, dass wir dem Finanzplatz Frankfurt und der dort ansässigen Finanzindustrie große Bedeutung beimessen“, sagte Praxisleiter Karl Xylander. Zwar äußert sich White & Case offiziell nicht, doch dürfte Helcks Position in etwa der eines Salary-Partners entsprechen. White & Case war schon länger auf der Suche nach personeller Verstärkung für ihre in Berlin ansässige deutsche Strafrechtspraxis.

Helck war 2013 von der Münchner Staatsanwaltschaft zu Freshfields gestoßen. Dort gehörte er zum Compliance-Team um den Düsseldorfer Partner Prof. Dr. Norbert Nolte und baute die Strafrechtspraxis mit auf. Helck wirkte in dieser Zeit unter anderem bei dem großvolumigen VW-Mandat mit, gehörte aber auch zu dem Team, das Airbus Defence and Space in der sogenannten Eurofighter-Affäre beriet. Rund fünf Jahre war Helck zuvor Staatsanwalt, auch für Wirtschaftssachen. Davor hatte er bereits eine Zeit bei Skadden Arps Slate Meagher & Flom verbracht.

Mit ihm verabschiedet sich der zweite ehemalige Staatsanwalt, den Freshfields für den Aufbau einer entsprechenden Praxis geholt hatte: Bereits im Sommer vergangenen Jahres wechselte Dr. Michael Moritz zur Mandantin Audi. Wenige Monate zuvor hatte Freshfields mit Dr. Simone Kämpfer einen prominenten Zugang verzeichnet. Die angesehene Strafrechtlerin war die erste Equity-Quereinsteigerin für die Kanzlei in mehr als zehn Jahren. Im Oktober 2018 stieß dann als Counsel Dr. Daniel Travers zu ihrem Team. Er kam von der hoch angesehenen Berliner Strafrechtsboutique Krause & Kollegen.

White & Case gehört zu den wenigen internationalen Kanzleien, die sich in Deutschland nie aus der strafrechtlichen Beratung zurückgezogen haben. Häufig stehen die Strafrechtler Banken zur Seite, doch berieten sie auch den Energieversorger EWE bei der internen Untersuchung von Bespitzelungsvorwürfen. Die angesehene Praxis konzentrierte sich jedoch seit dem Ausscheiden des Frankfurter Partners Jürgen Klengel Anfang 2017 auf Berlin. Dort sind heute drei Partner und sechs Associates tätig, doch war das Team auch in Berlin von Abgängen geplagt. So wechselte Dr. Constantin Lauterwein vergangenes Jahr zu Hengeler Mueller. In Frankfurt soll es nicht bei dem Zugang von Helck bleiben. „Wir werden um Thomas Helck das White-Collar-Team in Frankfurt auch auf Associate-Ebene erweitern“, sagte Standortleiter Markus Langen. (Astrid Jatzkowski)

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