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29.03.2019

Air Berlin: Gläubiger beschwert sich mit Lambrecht über Flöther-Vergütung

Ein Air-Berlin-Gläubiger hat beim Berliner Amtsgericht Charlottenburg Beschwerde über die Vergütung von Air-Berlin-Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas Flöther eingelegt. Vertreten lässt sich der Gläubiger in dem Verfahren von der auf Insolvenzrecht spezialisierten Düsseldorfer Boutique Lambrecht. Es geht um die Summe, die Flöther noch als Sachwalter von Air Berlin geltend gemacht hat.

Lucas Flöther

Lucas Flöther

Das Gericht hatte rund 22 Millionen Euro für Flöthers Sachwaltung im Zeitraum August 2017 und Januar 2018 veranschlagt. Diese Summe darf er aus der Insolvenzmasse der Air Berlin Luftverkehr für sich und seine 150 Mitarbeiter entnehmen. Allerdings war die Entscheidung noch nicht rechtskräftig. Ein nicht näher genannter Gläubiger reichte fristgerecht dagegen Beschwerde ein. Nun muss das Landgericht Berlin darüber entscheiden.

Laut dem Magazin Spiegel zweifelt der Gläubiger an, dass es am Stichtag für die Geltendmachung von Ansprüchen 700.000 Gläubiger gegeben hat – eine Zahl, auf deren Grundlage die hohe Vergütungssumme berechnet worden war.

Martin Lambrecht

Martin Lambrecht

Die in Flöthers Berechnung verwendeten Vergütungssätze sind in der Insolvenzrechtlichen Vergütungsordnung geregelt. Allerdings erkennt der Beschwerdeführer dem Vernehmen nach in dem Vergütungsantrag und in der Folge im Vergütungsbeschluss eine Vielzahl formeller und materieller Mängel. Manche Fristen etwa scheinen problematisch zu sein: Die Anmeldefrist der Forderungen endete beispielsweise erst am 1. Februar 2018, das Sachwalteramt jedoch bereits am 16. Januar. Auch wird bezweifelt, ob die Vergütungshöhe mit nur fünf Monaten Sachwaltung vereinbar ist. Den Beschwerdeführer berät Martin Lambrecht, Gründungspartner der gleichnamigen Sozietät. Er wird von Sibylle Gohlke und Nicolas Kraft aus der Prozessabteilung seiner Kanzlei  unterstützt.

Flöther war bei der Airline zunächst vorläufiger und dann endgültiger Sachwalter, danach Insolvenzverwalter. Beim Amtsgericht sind einige Beschwerden zu dem Insolvenzverfahren eingegangen. Weitere substantiierte liegen der Kanzlei Flöther & Wissing, die sich bisher selbst um die Sache kümmert, nach Ablauf der Frist allerdings nicht vor.

Die Kanzlei Lambrecht hat sich 2016 von Leonhardt Rattunde selbstständig gemacht und in den vergangenen Jahren selbst diverse Verfahren geführt. Auch als Sachwalterin hat sie sich bereits einen Namen gemacht, etwa im Verfahren bei Emde Industrietechnik aus Montabaur. (Ludger Steckelbach)

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