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13.05.2019

Zu verschieden: Bund der Unternehmensjuristen und dfv beenden Zusammenarbeit

Der Bund der Unternehmensjuristen (BUJ) und sein Dienstleister dfvAS (jetzt diruj) gehen künftig getrennte Wege. Das hat das Präsidium des Verbandes beschlossen. Grund für das Ende der jahrelangen Zusammenarbeit sei die zunehmende Kommerzialisierung der Verbandsarbeit durch die dfvAS, heißt es in einer Pressemitteilung des BUJ. Die dfvAS ist eine Tochter des Deutschen Fachverlages und hat sich Ende vergangener Woche in Deutsches Institut für Rechtsabteilungen und Unternehmensjuristen (diruj) umbenannt.

Götz Kaßmann

Götz Kaßmann

Die dfvAS ist für Mitgliederverwaltung des BUJ zuständig, organisiert Veranstaltungen und gibt auch die Zeitschrift ‚Unternehmensjurist‘ heraus, die mit dem Verband verknüpft ist. Offenbar hat die Zusammenarbeit der beiden langjährigen Kooperationspartner schon seit einiger Zeit nicht mehr so funktioniert, dass alle damit zufrieden waren. Dies zeigt sich auch daran, wie beide ihre Trennung kommunizieren: Die dfvAS beschwert sich, dass sie von der Trennung über Twitter erfahren hat. Der BUJ stört sich an der seiner Ansicht nach unsauberen Abgrenzungen zwischen BUJ und diruj.

Letztlich waren offenbar die geschäftlichen Interessen der dfvAS und die Vorstellungen des Verbandes nicht mehr in Einklang zu bringen.

Der dfvAS hatte nach eigenen Angaben schon länger Pläne, das Geschäftsfeld ‚Inhouse-Jurist‘ auch jenseits derer zu bestellen, die im BUJ organisiert sind. Damit könnte er nach eigenen Schätzungen eine Zielgruppe von über 30.000 nichtorganisierten Inhouse-Juristen erreichen. Dies ging dem BUJ offenbar zu weit: In seiner Pressemitteilung  verkündete der Verband heute morgen, die Kommerzialisierung durch die dfvAS sei vielen Mitgliedern, die ehrenamtlich für den Verband arbeiteten, ein Dorn im Auge. „Wenn diese Kolleginnen und Kollegen zunehmend den Eindruck haben, dass ihr persönliches Engagement mehr der GmbH als dem Verband nutzt, dann muss man die Reißleine ziehen“, sagte BUJ-Präsident Götz Kaßmann.

Ende vergangener Woche hatte sich die dfvAS in Deutsches Institut für Rechtsabteilungen und Unternehmensjuristen umbenannt, um ihre Themen besser vermarkten zu können. Zukünftig will sie außerdem ein kostenloses Netzwerk für Inhouse-Juristen anbieten. Das diruj ist Veranstalter einiger im Markt sehr bekannter Veranstaltungen wie dem Unternehmensjuristen-Kongress und gibt auch die Zeitschrift ‚Unternehmensjurist‘ heraus. Auf beides hat der BUJ eigentlich keinen Anspruch, denn die Rechte liegen beim diruj. Die Verträge für die Mitgliederverwaltung des Vereins laufen erst Ende 2020 aus. Ob die Zusammenarbeit möglicherweise auch früher enden könnte, steht zur Zeit noch nicht fest.

Der BUJ will sich nun stärker der Verbandsarbeit und rechtspolitschen und berufsrechtlichen Themen widmen. Veranstaltungen sollen mit neuen Partnern auf die Beine gestellt werden, die Mitgliederverwaltung nimmt der Verband für seine knapp 3.000 Mitglieder künftig selbst in die Hand. (Christiane Schiffer)

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