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09.05.2019

Zweite Insolvenz: TV-Hersteller Loewe mit neuer Beraterriege

Der Fernsehhersteller Loewe steckt erneut in finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen im oberfränkischen Kronach hat zum zweiten Mal ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung begonnen. Als Berater sind allerdings andere Anwälte an Bord als vor sechs Jahren.

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Sebastian Braun

Dr. Sebastian Braun, Partner von Reinhart Kober Großkinsky Braun in Wertheim, und Reiner Denzler von DDHW Rechtsanwälte Steuerberater in Hof unterstützen die Geschäftsführung. Die insolvenzrechtliche Beratung liegt bei Braun. Er war nach Stationen bei den Kanzleien Eisner und Jaffé 2013 zu seiner jetzigen Kanzlei gewechselt und betreute zuletzt unter anderem die Insolvenz des Entsorgungsdienstleisters ELS. Zum Sachwalter für Loewe bestellte das zuständige Coburger Amtsgericht Rüdiger Weiß von Wallner Weiß, der auch schon in der ELS-Eigenverwaltung diese Rolle ausfüllte.

2013 hatte Loewe auf Wellensiek-Partner Alfred Hagebusch sowie für den Verkaufsprozess auf CMS Hasche Sigle gesetzt. Beim Investoreneinstieg Anfang 2014 gab es eine Extrarunde, nachdem der ursprünglich gefundene und von Latham & Watkins beratene Käufer abgesprungen war. Etwas später kaufte dann der Finanzinvestor Stargate das Unternehmen, beraten von P+P Pöllath + Partners. Als Sachwalter fungierten seinerzeit Prof. Dr. Siegfried Beck und Joachim Exner von Dr. Beck & Partner.

Die Löhne und Gehälter der gut 500 Loewe-Beschäftigten sind in der jetzigen zweiten Sanierungsphase durch das Insolvenzgeld gesichert, der Geschäftsbetrieb soll ohne Einschränkungen weiterlaufen. Das 1923 gegründete Unternehmen war ein Pionier der Fernsehtechnik, hat jedoch seit langem mit der übermächtigen Konkurrenz aus Südkorea, Japan und China zu kämpfen. Der Umsatz lag zuletzt bei 160 Millionen Euro.

Geschäftsführer Ralf Vogt ist erst seit Ende Dezember im Amt. Das Management plant einen umfassenden strukturellen und personellen Umbau der Loewe-Organisation. „Das Loewe-Management ist erst vor wenigen Wochen angetreten, die Marke und das gesamte Unternehmen wieder erfolgreich zu machen“, erklärte Vogt. „Wir mussten jetzt erkennen, dass dies schneller und konsequenter geschehen muss, als wir das noch zum Jahresbeginn angenommen hatten.“ (Markus Lembeck, mit Material von dpa)

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