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04.06.2019

Berlin: Herbert Smith zieht sich aus der Hauptstadt zurück

Herbert Smith Freehills wird ihr Berliner Büro schließen – spätestens zum Ende des Jahres. Derzeit arbeiten dort zehn Anwälte, inklusive der beiden Partner Dr. Dirk Hamann (56) und Dr. Ralph Thaeter (57). Hinzu kommen neun Referendare sowie wissenschaftliche und administrative Mitarbeiter. Grund für den Schritt ist nach JUVE-Informationen, dass die Profitabilität des Standorts hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Künftig will sich die Kanzlei auf den Ausbau der Standorte Frankfurt und Düsseldorf konzentrieren.

Ralf Thaeter

Ralf Thaeter

Zum juristischen Team gehören in Berlin neben den Corporate-Partnern Thaeter und Hamann sieben Associates und ein of Counsel. Ein Teil der Mannschaft war 2013 bei der Eröffnung des Standorts von SJ Berwin (später King & Wood Mallesons) gewechselt. Weitere Anwälte kamen in Berlin und Frankfurt 2016 hinzu, als sich ein Compliance-Team von AGS Acker Görling Schmalz der Kanzlei anschloss. Als operative Einheit ist auch die Leitung des Business Developements in Berlin angesiedelt.

Dirk Hamann

Dirk Hamann

Soweit bekannt stand die Niederlassung schon seit einiger Zeit auf dem Prüfstand, wurde jedoch als Verbindungsglied für regulatorische Themen und aus Imagegründen für die Bewerbersuche gehalten. Deutlich schneller gewachsen sind dagegen die Büros in Frankfurt und in Düsseldorf. Den Standort Düsseldorf hatte die Kanzlei 2015 eröffnet.

„Wir bieten allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin an, künftig in unserem Düsseldorfer oder Frankfurter Büro tätig zu sein“, sagte Managing-Partner Dr. Nico Abel. Wer das Angebot annehmen wird, ist derzeit noch nicht klar. Hamann und Thaeter nähern sich soweit bekannt einer Altersgrenze, an der Herbert Smith-Partner aus der Kanzlei ausscheiden können. Nach JUVE-Informationen geschieht dies häufig im Alter zwischen 55 und 60 Jahren.

Das Berliner Büro der britisch-australischen Kanzlei existiert schon seit der Eröffnung in Deutschland 2013. Die Niederlassung hatte vor allem historische Gründe: Thaeter war damals von Gleiss Lutz gekommen und als langjähriger Partner seit jeher in Berlin tätig. Für Herbert Smith gründete er als deutscher Managing-Partner neben Berlin den mittlerweile deutlich größeren Frankfurter Standort und pendelte zwischen den beiden Städten. Ende 2017 trat Thaeter als Managing-Partner zurück und übernahm neben seiner Mandatsarbeit managementähnliche Aufgaben auf europäischer Ebene. Er betreut unter anderem europäische Mandanten in Ländern, in denen die Kanzlei keine Büros unterhält.

Nico Abel

Nico Abel

Deutscher Managing-Partner ist heute der Frankfurter Corporate-Spezialist Abel. Er übernahm das Amt von Dr. Michael Dietrich. Der Kartellrechtspartner war nach einem kurzen Gastspiel an der Kanzleispitze Ende 2018 zu Clifford Chance gewechselt.

In Frankfurt und Düsseldorf arbeiten inzwischen 55 Anwälte für Herbert Smith, die deutliche Mehrheit davon in Frankfurt. (Christiane Schiffer)

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