Artikel drucken
02.07.2019

Finanzierung: Ex-Hengeler-Partner Ralph Defren wechselt zu Willkie

Willkie Farr & Gallagher verstärkt ihre Finanzierungspraxis zum August mit Dr. Ralph Defren. Der 43-Jährige war Ende 2018 aus der Hengeler Mueller-Partnerschaft ausgeschieden und hatte sich vorübergehend zur Ruhe gesetzt. Für Willkie hat der Zugang enorme Signalwirkung.

Ralph Defren

Ralph Defren

Defren hatte seine Karriere 2001 bei Hengeler Mueller begonnen und war 2006 dort Partner geworden. Entsprechend der Aufstellung der Hengeler-Finanzierungspraxis beriet er dort auf einer recht großen Bandbreite: Er begleitete den Anleihen- und Kreditfinanzierungsteil sowohl von M&A- und Private-Equity-Deals als auch von Immobilien- und Infrastrukturinvestments. In seinen letzten Jahren bei Hengeler war er unter anderem für den britischen Asset-Manager FSI bei der Refinanzierung der Gasnetzbetreiber EVG und FNG sowie für die dänische Dong Energy bei dem Verkauf von 50 Prozent am Offshore-Windpark Gode Wind 1 im Einsatz.

Bei Kaufhof kennengelernt

Weitere Beratungsschwerpunkte Defrens sind Unternehmensfinanzierungen. So begleitete er 2016 den Metro-Konzern bei dessen Aufspaltung und beriet 2018 unter anderem Adidas und Grammer bei Wandelanleihen. Seiner neuen Kanzlei Willkie stand Defren erstmals 2015 gegenüber, als er für ein Konsortium um Bank of America Merrill Lynch, Morgan Stanley und Royal Bank of Canada an der Finanzierung der Kaufhof-Übernahme mitarbeitete. Willkie beriet damals mit einem Team um den heutigen Managing-Partner Georg Linde die Käuferseite, den kanadischen Handelskonzern Hudson’s Bay Company.

Die Kaufhof-Transaktion war auch das zunächst sichtbarste Zeichen für den Wandel, den die Transaktionspraxis von Willkie in Deutschland über die Jahre durchlaufen hat. Ursprünglich vor allem für mittelgroße Private-Equity-Deals bekannt, ist die Kanzlei heute stärker auch im strategischen M&A aktiv. Neben der laufenden Arbeit im Kaufhof-Umfeld, so zuletzt bei der Fusion mit Karstadt, beriet die Kanzlei etwa die Unternehmer Theo Müller und Heiner Kamps beim Verkauf der Fischrestaurantkette Nordsee.

Massive Verstärkung der Finanzierungspraxis

Die Beratung von Finanzinvestoren bleibt aber nach wie vor ein Standbein der Willkie-Praxis. Die Anwälte sind dabei sowohl für kleinere Private-Equity-Häuser wie Maxburg und klassische Mid-Cap-Mandanten wie Ardian tätig als auch für große US-Asset-Manager wie Golden Tree. Letzteren begleitete Willkie etwa bei dessen Beteiligung an der HSH Nordbank. Regelmäßig ist dabei auch die Kreditfinanzierungspraxis involviert, die bislang aus Equity-Partner Jan Wilms, Salary-Partnerin Dr. Jasmin Dettmar und zwei Associates besteht. Die Finanzierungsanwälte haben außerdem eigene Kontakte zu einer Reihe von Private-Equity-Häusern und Debt-Fonds etabliert.

„Wir haben Ralf Defren als großartigen Berater auf der Gegenseite kennengelernt und können es kaum erwarten, gemeinsam auf Transaktionen zu arbeiten“, sagte Wilms. Für Willkie bedeutet Defrens Einstieg nicht zuletzt ein wichtiges Signal an den Markt: Der überraschende Tod des Private-Equity-Spezialisten und langjährigen Managing-Partners Mario Schmidt im Herbst 2018 bedeutete für die Kanzlei einen massiven Einschnitt. Verstärkung durch namhafte Quereinsteiger galt in den Augen einiger Wettbewerber darum als unverzichtbar – nicht nur aus Kapazitätsgründen, sondern auch als Bekenntnis zu unvermindertem Engagement der US-Kanzlei im deutschen Markt. (Norbert Parzinger)

  • Teilen