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17.07.2019

Gesundheitskonzern: Katholisches Klinikum Oberhausen geht mit Niering in die Insolvenz

Die Serie der Krankenhausinsolvenzen reißt nicht ab: Zuletzt beantragte das Katholische Klinikum Oberhausen (KKO) eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Den insolvenzrechtlichen Part übernehmen Dr. Christoph Niering und André Dobiey von Niering Stock Tömp, die zu Generalbevollmächtigten ernannt wurden.

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Christoph Niering

Als Sachwalter im Insolvenzverfahren fungiert Dr. Sebastian Henneke aus der Kanzlei HRM Henneke Röpke. Seine Sozietät war 2007 aus dem damaligen Duisburger Büro von hww Wienberg Wilhelm entstanden. Das im Fall KKO zuständige Amtsgericht Duisburg setzt bei Unternehmensinsolvenzen regelmäßig auf die beiden Namensgeber der Kanzlei. So war Dr. Andreas Röpke seit August 2018 Sachwalter über die Eigenverwaltung der Testrut-Gruppe, die mit Gartenmöbeln und Haushaltsgeräten handelt. Dort konnte vor wenigen Wochen mithilfe eines Görg-Teams um Rolf Weidmann ein Insolvenzplan erstellt und ein Investor aus Hongkong gefunden werden.

Niering ist als Vorsitzender des Verbands Insolvenzverwalter Deutschland (VID) eines der bekannten Gesichter der Insolvenzszene. Zuletzt kümmerte er sich unter anderem um die zweite Insolvenz der Bonner Solarworld, die ziemlich rasch auf die erste Insolvenz gefolgt war. Nierings Kanzlei ist seit Jahren nicht nur im Rheinland, sondern auch im Ruhrgebiet präsent. Als Insolvenzverwalter war er vor einigen Jahren für die Rettung der Orthoparc-Privatklinik in Köln verantwortlich. Dem Vernehmen nach begleitet er seit Jahren zudem auch Mandanten bei Sanierungsthemen im Gesundheitssektor.

Das KKO ist, anders als der Name vermuten lässt, ein regelrechter Gesundheitskonzern. Neben den drei Krankenhausstandorten gehören drei Altenheime, vier Pflegedienste und drei Hospize dazu. Insgesamt 2.370 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Gesellschafter sind die katholischen Kirchengemeinden St. Clemens, St. Pankratius und St. Marien in Oberhausen sowie die Beteiligungsgesellschaft des Bistums Essen. Ein kirchlicher Gesundheitskonzern von vergleichbarer Aufstellung war das Marienhospital Münsterland, das Ende 2014 Insolvenz angemeldet hatte. Dort wurden Teile von anderen Krankenhausbetreibern in der Region übernommen und fortgeführt. (Markus Lembeck)

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