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16.07.2019

Kanzleiergebnisse: Linklaters steigert Umsatz und UBT nur marginal

Die deutschen Büros von Linklaters haben im Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr 213,4 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, das sind 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Da auch das Team leicht um 2,4 Prozent auf knapp 299 Full Time Equivalents (FTE) wuchs, blieb der Umsatz pro Berufsträger (UBT) mit 714.000 Euro fast konstant und stieg nur um 0,4 Prozent.

Andreas Steck

Andreas Steck

Nach dem Umsatz- und Produktivitätssprung im Vorjahr legte die Kanzlei um Senior-Partner Andreas Steck damit nur leicht zu. Im Geschäftsjahr 2017/18 hatte Linklaters noch ein Umsatzwachstum von 7,7 Prozent vermelden können, der UBT war um 6,1 Prozent gestiegen.

Im Vergleich mit den anderen Magic-Circle-Kanzleien im deutschen Markt zeigen sich für die vergangenen Geschäftsjahre zwei Haupttendenzen: Bei der Produktivität liegen Allen & Overy, Linklaters und der einstige Nachzügler Clifford Chance schon seit Jahren nah beieinander, wenngleich in wechselnder Rangfolge. Freshfields Bruckhaus Deringer dagegen erwirtschaftet nicht nur deutlich mehr pro Anwalt als die übrigen drei Kanzleien, der Abstand wächst auch immer weiter. Zuletzt setzte rechnerisch jeder Freshfields-Berufsträger 869.000 Euro um. Bei Clifford Chance waren es 734.000 Euro – knapp 3 Prozent mehr als bei Linklaters.

Umstrukturierungen und Compliance treiben Umsatz

Unter den wichtigsten Mandaten des Geschäftsjahrs 2018/19 waren bei Linklaters unter anderem der Verkauf großer Teile des US-Geschäfts von Linde im Zuge der Praxair-Fusion. Anders als die meisten großen Corporate-Projekte wurde dieses Mandat vom Münchner Standort aus gesteuert. Das Düsseldorfer Kraftzentrum der Konzernberatung war mit der Abspaltung der Nutzfahrzeugsparte Traton aus dem Volkswagen-Konzern für ein weiteres zentrales Mandat verantwortlich. Auch die Arbeit für Thyssenkrupp bei der – letztlich abgeblasenen – Konzernaufspaltung und Fusion mit Tata Steel beschäftigte die Düsseldorfer Anwälte in großem Umfang.

Die Frankfurter Finanzrechtspraxis und das im Frühjahr 2018 eröffnete, noch kleine Hamburger Büro der Kanzlei begleiteten aufseiten der Eignerländer Schleswig-Holstein und Hamburg das Ende der HSH Nordbank, ein schon seit Jahren äußerst arbeitsintensives Mandat. Vor allem steuerrechtlich geprägt war eine Reihe umfangreicher interner Untersuchungen bei Finanzhäusern zum Thema Cum-Ex, bei denen Linklaters Marktinformationen zufolge Regie führte. (Norbert Parzinger)

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