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15.07.2019

Nach 27 Jahren: Gleiss-Partner Fred Wendt geht zu Flick Gocke

Der Hamburger Gleiss Lutz-Partner Dr. Fred Wendt wechselt zum Oktober zu Flick Gocke Schaumburg. Der 54-jährige Corporate- und Private-Equity-Spezialist kehrt Gleiss nach 27 Jahren den Rücken. Mit ihm wechselt der Assoziierte Partner Christian Zimmermann (36).

Fred Wendt

Fred Wendt

Wendt und Zimmermann sind nicht die ersten, die das Hamburger Gleiss-Büro in diesem Jahr verlassen. Zum Jahresanfang waren die Corporate-Partner Dr. Jörn Wöbke und Dr. Urszula Nartowska gegangen, Wöbke schloss sich Schnittker Möllmann Partners an, Nartowska ging zu Hogan Lovells. Mit Wendt geht nun aber der dienstälteste Gleiss-Partner: Er hatte seine berufliche Laufbahn 1992 bei Gleiss in Berlin begonnen, 1996 wurde er dort zum Partner ernannt. Als die Kanzlei Ende 2010 durch die Fusion mit der Corporate-Boutique Rittstieg in Hamburg eröffnete, wechselte Wendt an die Alster.

Wendt bringt langjährige Erfahrung bei M&A- und vor allem Private-Equity-Transaktionen mit. Seit vielen Jahren berät er etwa den Finanzinvestor Lindsay Goldberg, zuletzt etwa beim Kauf von Coveris Rigid. Aus dem Markt bekannt ist auch, dass Wendt Ardian beim Erwerb einer Beteiligung von SwanCap begleitet hat. Auch in einem prominenten Hamburger Komplex war er involviert: Er beriet den HSH Nordbank-Aufsichtsrat im Zuge der Privatisierung. Zuletzt stand er auch dem NordLB-Aufsichtsrat beratend zur Seite, als ein milliardenschweres Schiffskrediteportfolio an Cerberus verkauft wurde.

Zimmermann, der Wendt nun zu Flick Gocke folgt, arbeitete seit 2012 bei Gleiss, 2016 war er zum Assoziierten Partner ernannt worden. Auch er berät vor allem zu Private Equity sowie zu Venture Capital und Restrukturierungen.

Bei Flick Gocke verstärken sie einen relativ jungen Standort: Die steuerzentrierte Kanzlei hatte in der Hansestadt erst im Herbst 2015 ein eigenständiges Büro eröffnet. Mittlerweile arbeiten hier 21 Berufsträger. Darunter sind 4 Partner, die dauerhaft vor Ort sind sowie 4 weitere, die auch an anderen Standorten arbeiten. Mit Wendt und Zimmermann baut Flick Gocke vor allem Transaktionskompetenz aus, bislang lagen ihre Schwerpunkte in Hamburg in der steuer- und gesellschaftsrechtlichen Beratung von Familienunternehmen und Konzernen sowie im Insolvenzsteuerrecht.

Gleiss hält an Hamburg fest

Die Kanzlei bestätigte die Wechsel von Wendt und Zimmermann und teilte gegenüber JUVE mit: „Das Management und das Hamburger Partnerteam setzen im Hamburger Büro ein zukunftsorientiertes Standortkonzept um, für das die personelle und inhaltliche Neuordnung ein zentraler Bestandteil ist.“ Man verfolge somit konsequent die geplante umfassende Neuausrichtung des Hamburger Büros.

Vor Ort war es seit der Eröffnung wiederholt zu Partnerabgängen gekommen, insbesondere aber nach den Wechseln Anfang des Jahres war im Markt vermehrt über die Zukunft des Hamburger Büros spekuliert worden. Zwar hatte die Kanzlei danach mitgeteilt, dass der Berliner Immobilienrechtspartner Dr. Johannes Niewerth sowie die Frankfurter Arbeitsrechtspartnerin Dr. Doris Schuster künftig von Hamburg aus arbeiten. Nach JUVE-Informationen sind beide aber bislang weiterhin auch an den anderen Standorten tätig.

Mit dem Wechsel von Wendt und Zimmermann schrumpft nun vor allem die Corporate-Praxis vor Ort auf ein historisches Minimum: In Hamburg verbleibt mit Dr. Partrick Mossler, der damals mit dem Rittstieg-Team dazu kam, nur ein Corporate-Partner. Als Steuerrechtspartner arbeitet hier weiterhin Dr. Johann Wagner, ein weiterer Arbeitsrechtspartner teilt sich seine Zeit zwischen Berlin und Hamburg. (Christine Albert)

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