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07.11.2019

Vor dem Squeeze-out: Innogy besetzt juristische Führungspositionen neu

Für den anstehenden Verschmelzungsprozess mit E.on hat Innogy nun einen neuen General Counsel ernannt. Aus der eigenen Rechtsabteilung stieg Dr. Gunnar Janson (44) auf. Bereits im Oktober war der ehemalige E.on Inhouse-Counsel Dr. Christoph Radke (43) zum Vorstand Recht & Compliance, Einkauf und erneuerbare Energien berufen worden. Gleichzeitig hatte Jansons Vorgängerin Dr. Claudia Mayfeld das Unternehmen mit bislang unbekanntem Ziel verlassen.

Gunnar Janson

Gunnar Janson

Jansons wird in Personalunion die Leitung der Abteilung Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht fortsetzen und künftig an Radke berichten. Die beiden werden Innogy in den anstehenden Verhandlungen über den Squeeze-out mit E.on begleiten. Dazu gehört später auch, das Innogy-Geschäft mit erneuerbaren Energien möglichst bald an RWE weiterzureichen. In der Innogy-Rechtsabteilung ist weiterhin Gunnar Helberg für erneuerbare Energien zuständig. Bis Anfang 2020 soll Innogy auf eine E.on-Tochter übertragen werden.

In der Rechtsabteilung setzt Innogy mit Ausnahme der neuen Leitungsposition auf Kontinuität: Dr. Tobias Bage bleibt Head of Legal M&A, Yvonne Follert leitet die Abteilung Wettbewerbsrecht und Netzzugang, Dr. Wolfgang Fritzen die Abteilung Netze und Infrastruktur, Roland Pappel das IT-Recht, Mirjam Rossel das Vertriebsrecht und Frank Then die Compliance-Abteilung. Auch Hengeler Mueller bleibt als Beraterin im Mandat.

Eher kurzfristige Lösung

Christoph Radke

Christoph Radke

Der Vorstand der zukünftigen E.on-Tochter ist allerdings weitgehend neu besetzt. Nur einer der ehemals sechs Vorstände hat seinen Posten behalten: Finanzvorstand Dr. Bernhard Günther. Neu im nur noch dreiköpfigen Gremium ist neben Rechtsvorstand Radke der Ingenieur Dr. Leonhard Birnbaum, der die Verantwortung für den Bereich Netz- und Vertriebsgeschäft übernimmt. Birnbaum kommt – wie Radke – von E.on. 

Für E.on war Radke zuletzt als ‚Vice President Corporate & Governance‘ tätig. Damit fielen auch Kapitalmarktrecht, M&A und Kartellrecht in seinen Bereich. Gemeinsam mit den Abteilungsleitern in der E.on-Rechtsabteilung, Dr. Dermot Fleischmann (Kapitalmarktrecht), Sebastian Heidtkamp (M&A) und Dr. Iris Eveleigh (Kartellrecht), begleitete er die komplexe Transaktion mit RWE samt den Planungen zur Zusammenführung des operativen Geschäfts der E.on mit dem der Innogy. Sein breites Wissen über die Transaktion dürfte grundlegend für seine Ernennung zum Vorstand Recht & Compliance bei Innogy gewesen sein.

Offen ist, wie lange Radke und sein Team bei Innogy ihre Posten behalten. Es ist davon auszugehen, dass Rechtsabteilung und Vorstand mit der Auflösung der Innogy-Holding, die am Ende der Verschmelzung mit E.on steht, ihre Daseinsberechtigung verlieren wird. JUVE-Informationen zufolge bleibt die Stelle Radkes bei E.on vakant.

Laut E.on soll die Rechtsabteilung eine flachere Führungsstruktur erhalten. Die acht Abteilungsleiter werden in Zukunft direkt an General Counsel Dr. Guntram Würzberg berichten. Wie E.on mitteilt, werden sich für Radke im Anschluss an den Verschmelzungsprozess neue Aufgaben im E.on-Konzern ergeben. (Martin Ströder)

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