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09.12.2019

Beschleunigte Transformation: Alternative Rechtsdienstleister investieren in Deutschland

Im vergangenen Monat haben gleich vier alternative Rechtsdienstleister ihre Expansion nach Deutschland angekündigt. Fast alle nutzen dabei die Erfahrung von britischen Kanzleien. Zuletzt kündigte Pinsent Masons an, mit ihrer Tochtergesellschaft Vario die Anbieter Xenion und Xenia zu übernehmen.

Xenion wurde 2012 von Dr. Carsten Reimann, ehemaliger Inhouse-Counsel bei Nissan-Renault, in Frankfurt gegründet. Die Gesellschaft unterhält neben Frankfurt mittlerweile Büros in München und Düsseldorf, über die sie vor allem Projektanwälte sowohl für Rechtsabtteilungen als auch für Kanzleien vermittelt. Nach Angaben eines Sprechers von Pinsent Masons hat Xenion aktuell rund 100 Anwälte bei mehr als 150 Kunden platziert.

Xenia hingegen ist ein Anbieter von Managed Legal Services und Teil eines schnell wachsenden Marktes, zu dem auch große Unternehmensberatungen gehören, die Prozessmanagement sowie Technologie zur Effizienzsteigerung in Rechtsabteilungen anbieten. Xenion und Xenia werden Teil der bereits bestehenden Tochter von Pinsent Masons Vario, die bereits über Büros in Großbritannien, Australien, Singapur und Hongkong verfügt.

Managing Director von Vario, Matthew Kay, sieht den Kauf als wichtigen Schritt zur Internationalisierung von Vario. „Diese Akquisition wird uns helfen, auf die gestiegene Nachfrage nach skalierbaren flexiblen Ressourcen zu reagieren, insbesondere im Zusammenhang mit Secondments und Sammelklagen“, so Kay. Im Gegensatz zum Geschäft Varios in Großbritannien werden die deutschen Büros zunächst von Pinsent Masons getrennt agieren. Mittelfristig ist geplant, dass Pinsent Masons – wie in anderen Jurisdiktionen – ein integriertes Angebot anbietet. Eine Genehmigung dazu werde beantragt.

Weitere Vorstöße

Auch Bird & Bird baut sein Angebot an alternativen Rechtsdienstleistungen aus. Nach vier Jahren Zusammenarbeit schließen sich Baseline, der Beratungsarm von Bird & Bird mit Valeocon Management Consulting zusammen und werden ab jetzt als Oxygy an dem Markt gehen. Zur Zeit beschäftigt Oxygy über 70 Berater in Europa, im Asien-Pazifik Raum sowie in den USA. Oxygy konzentriert sich vor allem auf die Sektoren Life Sciences & Healthcare, Einzelhandel, Technologie und Finanzdienstleistungen. Bird & Bird sieht in der Ergänzung ihres Beratungsspektrums über die Rechtsberatung hinaus „einen wesentlichen Bestandteil der strategischen Ausrichtung der Kanzlei“.

Die Vorstöße der zwei englischen Kanzleien kommt nur drei Woche nachdem Ashurst ankündigte, mit UnitedLex kooperieren zu wollen, einem der weltweit größten Anbieter alternativer juristischer Dienstleistungen. Mit dem Schritt führt Ashurst einen ‚Investigations Solution Service‘ ein. Mandanten bietet die Kanzlei so eine Kombination aus strategischer Rechtsberatung und standardisierten Support-Diensten.

Und noch ein Unternehmen baut in Deutschland weiter aus: Lawyers on Demand wird zum Jahreswechsel in Düsseldorf nach München sein zweites Büro in Deutschland eröffnen. Das deutsche Geschäft wird von Michael Zollner geleitet, der zuvor bei CMS Hasche Sigle und Pinsent Masons sowie als Leiter der Rechtsabteilung bei Atos Software tätig war. (Aled Griffiths)

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