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26.03.2020

Restaurants geschlossen: Taylor Wessing und Freshfields beraten Vapiano in der Krise

Die Dachgesellschaft der Restaurantkette Vapiano ist zahlungsunfähig. Im Zuge der Corona-Epidemie waren die Umsatzzahlen des börsennotierterten Unternehmens zuletzt stark zurückgegangen. Bereits vor der Corona-Krise war Vapiano finanziell in einer Schieflage. 

Bundesweit haben alle 55 durch den Vapiano-Konzern betriebenen Restaurants für unbestimmte Zeit geschlossen. Die Zahlungsunfähigkeit betrifft derzeit ausschließlich die Vapiano SE. Unter der Marke Vapiano sind in Deutschland weitere 29 Restaurants tätig, die von Franchisenehmern betrieben werden. Diese agieren als unabhängige Unternehmen und sind daher von der Zahlungsunfähigkeit der Vapiano SE nicht betroffen. 

Vapiano hofft nun auf einen Kredit im Rahmen der Corona-Hilfe der KfW. Sollte dieser innerhalb der nächsten zwei Wochen nicht gebilligt werden, wäre das Unternehmen nach bisheriger Gesetzeslage dazu verpflichtet gewesen, einen Insolvenzantrag zu stellen. Da der Bundestag jedoch inzwischen eine Aussetzung der Insolvenzantragspflicht beschlossen hat, setzt Vapiano derzeit vor allem auf die Bewilligung von Staatshilfen.

Am Unternehmen ist auch nach dem Börsengang 2017 einer der Gründer, Gregor Gerlach, mit seiner Beteiligungsgesellschaft VAP Leipzig beteiligt.

Clemens Niedner

Clemens Niedner

Berater Vapiano SE
Taylor Wessing (Frankfurt): Clemens Niedner (Federführung; Bank- und Finanzrecht), Michael Sinhart (Corporate), Dr. Lars-Gerrit Lüßmann (Kapitalmarktrecht), Dr. Hendrik Boss, Dr. Christian Saueressig (beide Restrukturierung; beide München), Dr. Michael Beyer; Associates: Jacqueline Arbogast, Stella Diez, Lucas Merschmöller (alle Bank- und Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Lars Westpfahl (Federführung); Associates: Dr. Jan-Philip Wilde (beide Insolvenzrecht), Dr. Jörg-Peter Kraack – aus dem Markt bekannt

Lars Westpfahl

Lars Westpfahl

Berater VAP Leipzig
Renzenbrink & Partner: Dr. Ulf Renzenbrink (Restrukturierung; Hamburg), Dr. Bernd Egbers, Isabell Hitzer (beide Finanzierung; beide München) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Taylor Wessing ist 2019 durch eine Empfehlung in das Mandat gekommen, der Schwerpunkt der Beratung liegt auf bank- und finanzrechtlichen Themen. Wegen der internationalen Tätigkeit von Vapiano sind ebenfalls Teams in Amsterdam, Wien, Paris und London für Vapiano aktiv. Der federführende Partner Niedner war 2016 von King & Wood Mallesons zu Taylor Wessing gewechselt. Bereits vor seinem Wechsel beriet er regelmäßig etwa große Banken oder Private-Equity-Investoren zu Finanzierungsfragen.

Freshfields berät Vapiano schon seit Längerem. 2017 war ein Team um Prof. Dr. Christoph Seibt beim Börsengang des Unternehmens noch von den Banken mandatiert. Wie auch bei Taylor Wessing, sind bei Freshfields neben dem deutschen Team weitere internationale Kollegen für Vapiano tätig. Der federführende Sanierungsberater Westpfahl wird regelmäßig für große Restrukturierungsmandate angefragt: 2019 beriet er etwa Siemens Gamesa u.a. beim Kauf des Servicegeschäfts vom insolventen Konkurrenten Senvion.

Vapiano-Gründer Gregor Gerlach setzt seit mehreren Jahren schon auf Renzenbrink, unter anderem beriet die Kanzlei den Gründer 2017 beim Börsengang von Vapiano.

Dem Vernehmen nach ist ein Team von Clifford Chance für die Bankenberatung zuständig. (Dennis Koch)

 

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