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17.07.2020

Frankfurt: Willkie verstärkt Private-Equity-Praxis mit Weil Gotshal-Partner

Willkie Farr & Gallagher setzt ihren Wachstumskurs in Deutschland fort: Aus dem Frankfurter Büro von Weil Gotshal & Manges stößt der M&A- und Private-Equity-Partner Dr. Kamyar Abrar (41) dazu. Der genaue Zeitpunkt seines Wechsels ist noch nicht bekannt.

Kamyar Abrar

Kamyar Abrar

Abrar hatte 2011 bei Weil Gotshal als Associate angefangen und wurde 2016 Partner. In den vergangenen Jahren begleitete er federführend unter anderem einige Transaktionsprojekte für Weil Gotshal-Stammmandantin Lone Star und ihre Portfoliogesellschaften, so etwa den Kauf des deutschen Baustoffhandelsgeschäfts von Saint-Gobain und das letztlich unterlegene Gebot für das europäische Vertriebsgeschäft des irischen Baustoffherstellers CRH.

2020 war er ebenfalls an einer Reihe von Bieterverfahren beteiligt. So begleitete er etwa das europäische Private-Equity-Haus Novalpina bei dessen Gebot für das Pharmaunternehmen Pharmazell sowie HPS Investment Partners als Bieter für den Desinfektionsmittelhersteller Schülke & Mayr.

Wachstumsoffensive bei Willkie

Abrars Wechsel ist nicht der erste prominente Zugang für Willkie in letzter Zeit. Als erster Quereinsteiger stieß im Juli 2019 der ehemalige Hengeler Mueller-Finanzierungspartner Dr. Ralf Defren dazu. Im September 2019 kam der M&A-Spezialist und Übernahmerechtler Dr. Markus Lauer von Herbert Smith Freehills, Anfang 2020 stieg mit Cornelia Thaler die ehemalige Leiterin der Clifford Chance-Immobilienrechtspraxis bei Willkie ein. Im April 2020 folgten zwei Prozessspezialisten von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton, die den Grundstein für eine eigenständige Willkie-Konfliktlösungspraxis legten. 

Mit Abrar besteht die M&A-Praxis bei Willkie aus 6 Partnern, 4 Counsel und 13 Associates, ein Großteil des Teams ist auch im Private-Equity-Markt aktiv. Abrar bringt allerdings mehr Erfahrung mit Large-Cap-Transaktionen mit als ein Großteil der Mannschaft um Managing Partner Georg Linde. Dieser begleitet seinerseits immer wieder großvolumige Deals, so etwa 2018 die Fusion von Karstadt und Kaufhof aufseiten von Kaufhof-Eignerin Hudson’s Bay Company oder 2019 den Kauf der Packaging-Sparte von Bosch für den Finanzinvestor CVC.

Bei Weil Gotshal verbleiben an den beiden deutschen Standorten Frankfurt und München im Transaktionsbereich insgesamt 5 Partner, 2 Counsel und 16 Associates. Die Praxis gilt vor allem an der Schnittstelle zu Restruklturierungsszenarien als schlagkräftig, verliert mit Abrar aber einen der stärksten jüngeren Partner hinter Corporate-Schwergewicht Prof. Dr. Gerhard Schmidt. (Aled Griffiths, Norbert Parzinger)

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