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16.07.2020

Rechtsdienstleister: Vario verstärkt sich mit Team von Lawyers on Demand

Der deutsche Markt für Rechtsdienstleistung ist weiter in Bewegung. Dr. Michael Zollner (41) und Dr. Carl Renner (38) wechseln ab Oktober von Lawyers on Demand (LOD) zu Vario, einer Tochter von Pinsent Masons. Gleichzeitig kündigte Lawyers on Demand an, seine beiden Büros in Deutschland zu schließen. 

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Michael Zollner

Zollner und Renner steigen als Co-Geschäftsführer bei Vario ein. Beide verfügen über langjährige Erfahrungen im Geschäft mit Leihanwälten. Gemeinsam gründeten sie nach Stationen in verschiedenen Kanzleien 2016 einen eigenen Dienstleister bevor sie 2018 für den britischen Anbieter LOD das erste deutsche Büro in München eröffneten. 

Zollner begann seine Karriere 2008 bei CMS Hasche Sigle und wechselte 2010 zu Atoss Software, wo er bis 2014 die Rechtsabteilung leitete. Es folgte ein Jahr bei Pinsent Masons in München, bevor er sich zusammen mit Renner mit dem eigenen Dienstleister selbstständig machte. Renner war zuvor mehrere Jahre bei DLA Piper und anschließend bei der IT-Kanzlei CompLex tätig. Seine Beratungsschwerpunkte sind das allgemeine Vertragsrecht, das IT-Recht sowie die Abwehr und Durchsetzung von Ansprüchen. 

Geschäft wächst nun auch in Deutschland

Vario befindet sich in Deutschland auf Wachstumskurs und hatte erst im Dezember vergangenen Jahres mit Xenion Legal einen weiteren Anbieter für Projektjuristen übernommen. Gleichzeitig baute das Unternehmen mit der Übernahme von Xenia Legal das Angebot um Managed Legal Services aus. 2013 in Großbritannien als Tochter der britischen Kanzlei Pinsent Masons gegründet, arbeitet Vario eigenen Angaben zufolge aktuell mit einem Pool von weltweit über 1.000 Projektjuristen zusammen und ist mittlerweile unter anderem auch in Australien, Singapur und Hongkong tätig.

Nun nimmt der Dienstleister den deutschen Markt verstärkt ins Visier. Hierzulande hat der Markt für alternative Rechtsdienstleistungen zuletzt an Fahrt aufgenommen. So schloss sich Baseline, der Beratungsarm von Bird & Bird, mit Valoecon Management Consulting zu Oxygy zusammen, und Ashurst kündigte Ende 2019 eine Kooperation mit dem weltweit größten Anbieter alternativer juristischer Dienstleistungen, UnitedLex, an.

Rückzug angekündigt

LOD hingegen, die erst im Dezember die Eröffnung eines zweiten Büros in Düsseldorf angekündigt hatten, schließen mit dem Weggang von Zollner und Renner ihre deutschen Niederlassungen. „Eine Umfrage aus diesem Frühjahr hat ergeben, dass Mandanten mit einem Interesse an Deutschland zunehmend länderübergreifende Dienstleistungen nachfragen. Viele unserer wichtigen Mandanten in Deutschland sind international aufgestellt, so dass es sinnvoll ist, sie und unsere 140 deutschen Anwälte von unserem europäischen Stammsitz in London aus zu unterstützen“, sagte Tom Hartley, CEO von LOD auf Anfrage von JUVE. „Aus diesem Grund verändern wir unser Geschäftsmodell und schließen die Büros in München und Düsseldorf.“ (Konstanze Richter)

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