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01.07.2020

Weiteres Büro in den USA: Freshfields eröffnet im Silicon Valley

Mit einem fünfköpfigen Quereinsteigerteam aus namhaften Kanzleien eröffnet Freshfields Bruckhaus Deringer ihren dritten Standort in den USA. Leiten wird das neue Büro im Silicon Valley die Kapitalmarktspezialistin Sarah Solum, die von Davis Polk & Wardwell wechselt. Hinzu kommen weitere Partner von Wilson Sonsini Goodrich & Rosati, Latham & Watkins und Sidley Austin. Erst vor wenigen Monaten hatte Freshfields in den USA einen Coup gelandet, als sie für ihr New Yorker Büro ein führendes Partnerteam von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton gewinnen konnte. 

Sarah Solum

Sarah Solum

Bei Freshfields war schon länger über eine mögliche US-Westküstenpräsenz diskutiert worden. Auch das New Yorker Team von Cleary, insbesondere M&A-Schwergewicht Ethan Klingsberg, ist für seine engen Beziehungen zu namhaften Tech-Konzernen bekannt.

Zusammen mit Solum bilden nun vier weitere Seiteneinsteiger und zwei Freshfieldspartner, die aus anderen Büros wechseln, das Startteam: M&A-Partner John Fisher, bislang Sidley Austin, leitet künftig die Praxisgruppe US-Technology- und Life Sciences M&A. Maj Vaseghi, zuvor Partnerin bei Latham & Watkins, ist Spezialistin für Vergütungssysteme und Benefits. Der erfahrene Investigations- und Litigationspezialist Boris Feldman wechselt von Wilson Sonsini – einer Kanzlei, deren Name wie kaum eine andere mit dem Silicon Valley verbunden ist. Mit ihm zusammen kommt Doru Gavril, der bei Freshfields ebenfalls als Partner einsteigt.  

Aus dem New Yorker Büro verlegt die Kapitalmarkt- und Governance-Partnerin Pamela Marcogliese ihren Schwerpunkt in das neue Büro. Aus Brüssel geht der Kartellrechtspartner Alan Ryan zurück in die USA. 

Der Schritt passt auch zur Ausrichtung einiger deutscher Partner, die zuletzt einen spürbaren Technologiefokus aufbauen konnten. Dazu zählen etwa die Düsseldorfer Patentrechtsspezialisten, die – ebenso wie die Beihilferechtler aus Brüssel – Apple in europäischen Mandaten berieten. Bekannt ist außerdem, dass die Beziehungen zu Technologieunternehmen wie Uber und Facebook zuletzt enger geknüpft werden konnten. Schon lange bestehen zudem enge Kontakte zum HP-Konzern. Erst vor Kurzem war zudem der Corporate-Partner Dr. Lars Meyer in die Co-Leitung der globalen Sektorgruppe für Technology gerückt.      

Die Verhandlungen mit den Neuzugängen, die alle gute Beziehungen zu Westküsten- und Technologiekonzernen pflegen, begannen kurz vor dem Ausbruch der Corona-Krise, als die Einreise aus Europa beschränkt wurde und Lockdown-Maßnahmen begannen. Die Gespräche wurden daher im Wesentlichen ohne persönliche Treffen, in Telefonaten und Videokonferenzen, geführt. 

Freshfields ist in den USA inklusive der Zugänge nun mit rund 50 Partnern und insgesamt 400 Anwälten präsent. Während die Kanzlei in Europa und Asien schon zuvor intensiv am Aufbau und der Vernetzung ihrer Praxen gearbeitet hatte, bedeutet der jüngste Ausbau in den USA einen weitreichenden, neuen Schritt. Auch andere Magic-Circle-Kanzleien sind dabei, ihre Präsenz in den USA zu verstärken, Freshfields sorgte dabei allerdings bislang besonders für Schlagzeilen. (Antje Neumann)

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