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08.10.2020

Management: Zweiter deutscher Partner rückt in internationales Gremium von Hogan Lovells

Der Hogan Lovells-Partner Dr. Tobias Faber erhält einen Platz im internationalen Aufsichtsgremium der Kanzlei, Board genannt. Der Frankfurter Projekt- und Energierechtler wurde Ende September in das Gremium gewählt, in dem er die kontinentaleuropäischen Partner vertritt. Die haben ihn auch vorgeschlagen, gewählt wurde er jedoch von allen, außer den US-amerikanischen Partnern der Kanzlei. Geleitet wird das Gremium von Leopold von Gerlach.

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Tobias Faber

Faber trat 2005 als Referendar in die Kanzlei ein und wurde 2013 Partner. Er ist Mitglied der Praxisgruppe Infrastruktur, Energie, Ressourcen und Projekte. Kürzlich war Faber Teil des Hogan Lovells-Teams, das Zinc Nacional in einem belgisch-mexikanischen Konsortium bei der Übernahme der Zink-Recycling-Sparte der insolventen Harz-Metall begleitete. Gemeinsam mit anderen Hogan Lovells-Partnern erwarb er für den US-Konzern PPG Industries das fränkische Familienunternehmen Hemmelrath.

Das sogenannte Board von Hogan Lovells besteht aus 12 Mitgliedern und vertritt die Interessen der Partner gegenüber dem internationalen Management (IMC). Um einem Regionaldenken in der Kanzlei vorzubeugen, werden die Board-Mitglieder nicht nur von ihren eigenen Regionen entsandt, sondern von einem größeren Kreis von Partnern gewählt. Sie können zwei Mal für jeweils drei Jahren gewählt werden.

Neben dem aktuellen Vorsitzenden des Gremiums, dem Hamburger IP-Rechtler Leopold von Gerlach, und dem neuen globalen Managing-Partner Miguel Zaldivar repräsentiert je ein Partner die Regionen Asien-Pazifik-Nahost, Amerika, Kontinentaleuropa, London, USA und Washington DC. Zudem vertritt ein Partner die Belange der Partner unter 45 Jahren. Drei Partner achten zusätzlich darauf, dass die Interessen der gesamten Partnerschaft repräsentiert sind.

Entscheidungen etwa über die Eröffnung von Büros, die Ernennung neuer Partner, zum Vergütungssystem sowie bei wichtigen finanziellen Fragen müssen vom Board genehmigt werden. Die Verantwortung für Strategie-, Management- oder Betriebsentscheidungen dagegen liegen ausschließlich bei Zaldivar und dem IMC.

Neues Management 100 Tage im Amt

Zaldivar ist heute genau 100 Tage im Amt. Anfang Juli hatte er offiziell seinen Vorgänger Stephen Immelt abgelöst. Mit dem Amtsantritt von Zaldivar verkleinerte die Kanzlei ihr internationales Management-Gremium. Statt dreizehn sitzen nur noch neun Mitglieder im IMC. Gleichzeitige reduzierte die Kanzlei auch die Anzahl ihrer Praxisgruppen und Regionen.

Die neue Praxisgruppe ‚Corporate & Finance‘ repräsentiert künftig global 400 Partner. In der neuen Gruppe ‚Global Regulatory & IPMT‘ arbeiten rund 230 Partner. Unverändert blieb die Gruppe ‚Litigation, Arbitration and Employment‘ mit über 200 Partnern. Die Regionen Nord- und Südamerika führte er zu einer amerikanischen Region zusammen. Afrika, UK, Kontinentaleuropa und der Nahe Osten bilden die gemeinsame Region EMEA, die von der Pariser IP-Partnerin Marie-Aimée de Dampierre geleitet wird. Die Region Asien-Pazifik und Naher Osten soll sich nun auf die aufstrebenden Märkte Südostasiens sowie die Wirtschaftsräume Australiens, Chinas und Japans konzentrieren.

Einziges deutsches Mitglied im IMC ist seither die Produkthaftungsrechtlerin Ina Brock. Seit 2016 verantwortet sie weltweit den Bereich ‚Clients and Industries’. Dr. Burkhardt Göbel, bis dahin für die IPMT-Praxisgruppe im IMC zuständig, verließ das Gremium. Den Einfluss der deutschen Partner in der internationalen Kanzlei soll das allerdings nicht schmälern. Denn im Zuge dieser Umstrukturierung erhielten die Managing-Partner der wichtigen Ländergruppen USA, UK und Deutschland mehr Einfluss im IMC. (Mathieu Klos)

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