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29.12.2020

Frankfurt: Weil Gotshal holt Finanzierungspartner von Willkie

Der Kreditfinanzierungsspezialist Dr. Ralf Defren verlässt Willkie Farr & Gallagher zum Jahreswechsel und schließt sich dem Frankfurter Büro von Weil Gotshal & Manges an. Der 45-Jährige war erst im Sommer 2019 bei Willkie eingestiegen, wenige Monate zuvor hatte er sich aus der Partnerschaft von Hengeler Mueller verabschiedet.

Ralf Defren

Ralf Defren

Defren gehörte bei Willkie unter anderem zu dem Team, das 2019 den Private-Equity-Investor CVC zur Akquisitionsfinanzierung beim Kauf der Packaging-Sparte von Bosch beriet. Daneben ist die Praxis regelmäßig bei Finanzierungen für das Private-Equity-Haus Ardian im Einsatz. Bei Hengeler hatte Defren seit seinem Karrierestart 2001 eine große Bandbreite von Anleihen- und Kreditfinanzierungen, auch bei Immobilien- und Infrastrukturinvestments, sowie Refinanzierungen und Restrukturierungen begleitet.

Dämpfer für Willkies Wachstumsoffensive

Bereits mit seinem Ausstieg bei Hengeler zum Jahresende 2018 hatte der Finance-Spezialist im Markt für Aufmerksamkeit gesorgt – Partnerabgänge bei der deutschen Top-Kanzlei sind trotz einzelner Wechsel über die Jahre eine Rarität. Nicht weniger Aufsehen erregte sein Einstieg bei Willkie: Nach dem Tod des bis dahin zentralen Protagonisten der deutschen Willkie-Präsenz, Mario Schmidt, im Sommer 2018 hatte der Zugang von Defren als seither erstem Quereinsteiger auf Partnerebene große Signalwirkung.

Tatsächlich bildete Defrens Zugang den Auftakt zu einer Wachstumsoffensive bei Willkie. Im September 2019 kam der Corporate-Partner Dr. Markus Lauer von Herbert Smith Freehills, Anfang 2020 stieg mit Cornelia Thaler die ehemalige Leiterin der Clifford Chance-Immobilienrechtspraxis ein. Im April 2020 folgten zwei Prozessspezialisten von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton, die den Grundstein für eine eigenständige Willkie-Konfliktlösungspraxis legten. Demgegenüber steht nun allerdings auch ein weiterer Partnerabgang: Zum Januar wechselt die Kartellrechtlerin Susanne Zühlke nach Berlin zu PricewaterhouseCoopers Legal.

Zugang schließt Lücke bei Weil Gotshal

Die beiden letzten Neuzugänge bei Willkie kamen von Weil Gotshal & Manges – aus dem Frankfurter Büro der Kanzlei wechselten der Gesellschafts- und Kartellrechtler Dr. Kamyar Abrar, der seinen Schwerpunkt bei größeren Private-Equity- und M&A-Transaktionen hat, und der Steuerrechtler Ludger Kempf. Dass sich Defren nun in die Gegenrichtung aufmacht, bedeutet für Weil Gotshal eine signifikante Verstärkung im Finanzierungsbereich: Kurz nach Abrar und Kempf hatte sich auch der Co-Leiter der deutschen Finance-Praxis, Dr. Wolfram Distler, verabschiedet, um zu seiner vormaligen Kanzlei DLA Piper zurückzukehren.

Derzeit besteht die Bank- und Finanzrechtspraxis bei Weil Gotshal noch aus Partner Michael Kohl, einem Counsel und fünf Associates an den beiden Kanzleistandorten Frankfurt und München. Der Bereich ist in Deutschland der Corporate-Praxis um Managing-Partner Prof. Dr. Gerhard Schmidt zugeordnet. Das Finance-Team bei Willkie ist annähernd gleich groß: Neben den Partnern Jan Wilms und Dr. Jasmin Dettmar sowie Counsel Matthias Töke sind dort vier Associates tätig. Töke wechselte Anfang 2020 von der Deutschen Börse, wo er als Head of Rule Enforcement tätig war. Zuvor hatte er als Associate dem Kreditfinanzierungsteam von Clifford Chance angehört. (Norbert Parzinger)

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