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17.02.2021

Brüssel: Willkie verstärkt sich mit Kartellrechtler von Gibson Dunn

In Brüssel hatte Willkie Farr & Gallagher zuletzt regelmäßig Kartellrechtler verloren. Nun gibt die US-Kanzlei den Zugang von Dr. Jens-Olrik Murach von Gibson Dunn & Crutcher bekannt. Der 48-jährige Kartellrechtler kommt zum März. Er soll den Brüsseler Standort und die örtliche Kartellrechtspraxis leiten sowie deren weitere Integration in das europäische und internationale Netzwerk voranbringen.

Jens-Olrik Murach

Jens-Olrik Murach

Murach begann seine Karriere 1999 bei Shearman & Sterling. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren Heuking Kühn Lüer Wojtek und Flick Gocke Schaumburg, wo er zum Partner wurde. 2013 zog es ihn zu Gibson Dunn, für die er auch von Frankfurt aus tätig war.

Auch bei Willkie wird Murach zeitweise von Frankfurt aus arbeiten. Der Kartellrechtler bringt viel Erfahrung bei deutschen und europäischen Fusionskontrollen mit. Zuletzt begleitete er an der Seite des Corporate-Teams für Gilead die Übernahme der deutschen Biotech-Firma MYR. Murach ist aber auch regelmäßig in Prozesse involviert. So zum Beispiel für 1&1 Drillisch im Streit mit Telefónica wegen Auflagen, die aus dem Kauf von E-Plus durch Telefónica von 2014 resultierten.

Willkie setzt mit dem Zugang den Auftakt für den Wiederaufbau ihrer kartellrechtlichen Praxis in Brüssel und Deutschland. Seit dem Weggang von Susanne Zühlke zu PricewaterhouseCoopers Legal im Januar ist die Brüsseler Praxis und nicht zuletzt auch die Schnittstelle zum deutschen Markt auf Partnerebene verwaist. 2018 hatten bereits die Weggänge von Jacques-Philippe Gunther und Adrien Giraud zu Latham & Watkins Lücken in der Partnerriege der Brüsseler Praxis hinterlassen.

Murach soll den Brüsseler Standort als Managing-Partner leiten. Zu seinen Aufgaben neben der Mandatsarbeit gehört der Aufbau des kartellrechtlichen Teams vor Ort, das seit Januar noch aus einem Counsel und einem Associate besteht. Darüber hinaus wird von Murach die stärkere Anbindung der Praxis an die starken kartellrechtlichen Einheiten in Paris und London sowie in die USA erwartet.

Für Gibson Dunn bedeutet der Weggang am Brüsseler Standort den Verlust einer relevanten Schnittstelle zum deutschen Markt. Den deutschen Markt kann die Kanzlei allerdings mit dem Münchner Partner Michael Walther sowie dem Frankfurter Partner Dr. Georg Weidenbach weiter bedienen. Weidenbach war Ende 2020 von Latham & Watkins zu Gibson Dunn gewechselt. Außerdem hat die Kanzlei zum Jahreswechsel Kai Gesing zum Partner gemacht. Insgesamt zählt die deutsche Kartellrechtspraxis von Gibson Dunn nun 3 Partner und 3 Associates. (Martin Ströder) 

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