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12.05.2021

155.000 Euro: Willkie prescht mit neuem Einstiegsgehalt vor

Im Gehälterkrieg herrschte in den vergangenen Jahren Waffenruhe. Kaum eine Kanzlei unter den Top-Zahlern hat zuletzt ihr Einstiegsgehalt für Berufsanfänger erhöht. Mit 155.000 Euro für das erste Jahr prescht nun Willkie Farr & Gallagher vor.

Georg Linde

Georg Linde

Bisher zahlte die US-Kanzlei ihren Berufsanfängern stolze 140.000 Euro, inklusive eines Startbonus von 15.000 Euro. Zum Mai hat die Kanzlei noch mal 10 Prozent draufgelegt und das Einstiegsgehalt auf 155.000 Euro, inklusive Startbonus, erhöht. „Wir wollen zwar keine Berufsanfänger, die nur wegen des Geldes kommen. Dass wir so gut zahlen, ist aber ein Zeichen, dass wir die Besten wollen“, sagt Georg Linde, Managing-Partner bei Willkie. Zusätzlich gibt es sowohl für die First-Years als auch für alle anderen Associate-Jahrgänge einen Jahresbonus, der in der Höhe variiert.

Auch beim Grundgehalt bessert Willkie für die übrigen Associates nach: sie sollen nun ebenfalls 15.000 Euro mehr bekommen. „Wir haben die Gehälter in den letzten zwei Jahren nicht erhöht. Jetzt war es an der Zeit, die jungen Anwälte an unserem Erfolg teilhaben zu lassen“, meint Linde. „Wir wollen die Associates, die wir haben, halten. Da ist es besser, nicht zu warten, bis sich jemand beschwert, sondern proaktiv zu handeln.“

Ob die anderen Kanzleien unter den Top-Zahlern jetzt nachlegen und sich eine neue Gehälterrallye entwickelt, wird sich zeigen. Nach der Finanzkrise hatten viele Kanzleien die Gehälter für Nachwuchsjuristen erhöht. Im Laufe der Jahre pushten sich die Arbeitgeber dadurch gegenseitig in ungeahnte Höhen. Mittlerweile gehören in Wirtschaftskanzleien Gehälter von 100.000 Euro und mehr schon fast zur Normalität. Seit 2019 ist die rasante Entwicklung gebremst. Während der Corona-Krise froren sogar einige Kanzleien, wie etwa Freshfields Bruckhaus Deringer, die Gehälter ein. Wie unter anderem die azur100-Umfrage zeigt, ist für viele junge Anwälte das Einstiegsgehalt alleine nicht mehr das Wichtigste. Zwar soll es weiterhin stattlich sein, aber Flexibilität beim Arbeiten, Work-Life-Balance und transparente Karrierewege haben einen hohen Stellenwert eingenommen. 

Die Top-Zahler

Dass nun Willkie trotz Pandemie die Gehälter erhöht, zeigt auch, dass viele Kanzleien die Krise bisher sehr gut überstanden haben. Die meisten Großkanzleien wie Gleiss Lutz, CMS Hasche Sigle, White & Case oder Hogan Lovells legten 2020 sogar an Wachstum zu.

Welche Kanzlei wie viel zahlt hängt auch mit ihrem Zuschnitt zusammen. So zahlen einige wenige, relativ kleine US-Kanzleien bisher mit am meisten: Sullivan & Cromwell führte bisher die Top-Zahler mit 145.000 Euro Einstiegsgehalt an. Milbank und Skadden Arps Slate Meagher & Flom folgen mit 140.000 Euro im ersten Jahr. 130.000 bis 135.000 Euro bekommen Berufseinsteiger bei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan, Jones Day, Kirkland & Ellis, Goodwin Procter oder Shearman & Sterling. Auf die US-Kanzleien folgen die britischen Magic-Circle-Kanzleien Linklaters, Allen & Overy, Freshfields Bruckhaus Deringer und Clifford Chance. Doch auch die deutschen Großkanzleien wie Hengeler Mueller und Gleiss Lutz haben in den letzten Jahren nachgelegt und zahlen 110.000 bis 120.000 Euro Einstiegsgehalt. (Helena Hauser)

Die ausführliche Gehälterliste finden Sie auf azur-online.de

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