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11.05.2021

Investitionskontrolle: Baker Tilly baut Außenwirtschaftspraxis in München auf

Baker Tilly baut am Standort München eine Außenwirtschaftspraxis auf. Dafür holte die Kanzlei kürzlich Sebastian Billig (50) als Partner an Bord. Er kommt von der auf Außenwirtschaftsrecht spezialisierten Boutique Billig & Creydt. 

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Sebastian Billig

Billig bringt Erfahrungen aus Unternehmen und MDP-Kanzleien mit. So verfügt er über umfangreiche Kenntnisse sowohl in Exportkontroll- und Sanktionsrecht als auch zu den Themen Zoll und Verbrauchssteuer.

Er begann seine Karriere 2001 als Referent für Exportkontrolle bei der Lufthansa Technik Logistik. 2004 wechselte Billig zur Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, wo er vor allem zu zoll- und verbrauchsteuerrechtlichen Themen beriet. Zwei Jahre später reihte er sich in die Partnerriege der Münchner Rechtsanwaltskanzlei HLDS Hohenlohe ein. Auch dort legte er einen Schwerpunkt auf das Außenwirtschaftsrecht.

2008 übernahm er die Geschäftsführung in der auf Außenwirtschaftsrecht spezialisierten Kanzlei AWB Wolffgang & Harksen, die mit der Steuerberatungsgesellschaft AWB kooperiert. Dabei lag sein Fokus auf der Implementierung und Auditierung von exportkontrollrechtlichen Prozessen sowie dem Aufbau von Compliance-Maßnahmen.

2014 gründete Billig gemeinsam mit seinem AWB-Kollegen Matthias Creydt die Münchner Außenwirtschaftsboutique Billig & Creydt, die nach seinem Weggang künftig als Creydt Law firmiert.

Mit einem Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung

Neben exportkontroll- und zollrechtlichen Themen befasst sich Billig bei Baker Tilly maßgeblich mit der transaktionsbegleitenden Investitionskontrolle. Zudem bringt der neue Partner, der bereits Anfang April wechselte, Erfahrungen im aktuell stark gefragten Thema nachhaltiges Wirtschaften mit. Er ist CEO der Organisation für nachhaltigen Konsum und kann so auch bei der Baker Tilly Stiftung Akzente setzen. Zudem soll er in der MDP-Gesellschaft, die deutschlandweit mehr als 1.100 Mitarbeiter zählt, die Beratung zu Nachhaltigkeitsthemen und dem geplanten Sorgfaltspflichtengesetz aufbauen.

Mit der Etablierung ihrer Außenwirtschaftspraxis steht Baker Tilly nicht allein auf weiter Flur. Die Nachfrage nach dieser Spezialkompetenz hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Dafür haben zahlreiche Embargos und Sanktionen sowie neue Bestimmungen im Außenwirtschaftsgesetz gesorgt. Einen besonderen Schub erhielt das Thema zuletzt durch eine deutliche Verschärfung der Investitionskontrolle 2020. Sie spielt mittlerweile bei zahlreichen Transaktionen mit ausländischen Investoren eine Rolle und kann mitunter zum Deal-Breaker werden, sofern das Bundeswirtschaftsministerium die entsprechenden Genehmigungen nicht erteilt. Damit ist das Außenwirtschaftsrecht – das neben spezialisierten Boutiquen lange nur wenige Großkanzleien ernsthaft bespielten – wieder verstärkt bei deutschen und internationalen Beratungshäusern in den Blickpunkt gerückt. (Konstanze Richter)

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