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14.09.2021

München: Reed Smith-Anwälte bauen Litigation bei Peters Schönberger auf

Die MDP-Kanzlei Peters Schönberger & Partner hat sich zum September mit zwei Reed Smith-Anwälten verstärkt. Partner Christian Stempfle (53) und Counsel Christina Nitsche (41) steigen in ihrer neuen Kanzlei beide als Partner ein. Vor Kurzem hatte Peters Schönberger bereits den prozessaffinen Gesellschaftsrechtler Dr. Ulrich Lohmann (67) an Bord genommen. Für Reed Smith wiederum sind es nicht die ersten Münchner Abgänge in den vergangenen Jahren.  

Christian Stempfle

Christian Stempfle

Stempfle und Nitsche hatten beide ihre Karriere bei Noerr begonnen, Stempfle im Jahr 2000, Nitsche 2010. Seit 2013 waren beide bei Reed Smith. Stempfles Schwerpunkte sind Prozesse und Schiedsverfahren, vor allem im Zusammenhang mit der Abwicklung von Großschäden, Produkt- und Organhaftung sowie Insolvenzen. Daneben berät Stempfle auch im Wirtschaftsstrafrecht.

Christina Nitsche

Christina Nitsche

Nitsche kommt aus dem Gewerblichen Rechtsschutz. Sie führt Prozesse vor allem für Werbetreibende, Technologieunternehmen und Start-ups, häufig sind es Lizenzstreitigkeiten. Ihre Spezialgebiete sind  Mediaagenturverträge und Vertragsrecht entlang digitaler Wertschöpfungsketten.

Von Pinsent Masons zu Peters Schönberger

Ulrich Lohmann

Ulrich Lohmann

Auch Lohmann, der schon Anfang Juli Partner bei Peters Schönberger wurde, berät technologie-orientierte Unternehmen, vor allem handels- und gesellschaftsrechtlich. Er ist aber auch in der Konfliktlösung versiert, unter anderem als Schiedsrichter im Einsatz. Nach vielen Jahren als Namenspartner der Kanzlei v. Boetticher Hasse Lohmann eröffnete Lohmann in München 2012 für Pinsent Masons deren erstes deutsches Büro. 2019 schied er dort als Partner aus.  

Die MDP-Einheit Peters Schönberger hat heute etwa 130 Mitarbeiter in den Bereichen Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Family Offices, davon 20 Anwälte. Vor den Neuzugängen gehörte Litigation nicht zum Angebot der Kanzlei an ihre vorwiegend mittelständischen Mandanten.

Mehrere Partnerabgänge bei Reed Smith

Die deutsche Disputes-Praxis von Reed Smith besteht nach dem Wechsel von Stempfle und Nitsche aus drei Partnern und vier Associates. In den vergangenen zwei Jahren hat es mehrere Partnerabgänge im Münchner Büro gegeben: Zum März dieses Jahres wechselte der Kartellrechtler Tilman Siebert zu King & Wood Mallesons. Im vergangenen Jahr verließ bereits der Corporate-Partner und Medienspezialist Stephan Rippert die Kanzlei in Richtung Luther, der ehemalige Managing Partner Stefan Kugler machte sich als Personalvermittler selbstständig, und Steuerpartner Thomas Gierath wechselte zu Baker McKenzie. Nur für den Steuerrechtler kam Ersatz, Dr. Martin Bünning von Ashurst. 

Insgesamt schrumpfte die Zahl der deutschen Reed Smith-Anwälte in den vergangenen zwei Jahren von 65 auf 58 Anwälte. Im Markt sehen viele eine Schwerpunktverschiebung in der Kanzleistrategie als mögliche Ursache für diese Entwicklung. Reed Smith fokussiert sich wieder stärker auf den US-Heimatmarkt. Diese Schwerpunktsetzung ist bei ihr ohnehin dominanter als bei vielen US-Wettbewerbern.

In den USA hat Reed Smith 17 Büros, davon die meisten in Neuengland. Außerhalb der USA zählt die Kanzlei gut ein Dutzend weiterer Büros in Europa, dem Nahen Osten und Asien, davon ihr größtes Team in London mit rund 350 Anwälten. In China ist die Kanzlei mit drei Standorten präsent, in Deutschland seit der Eröffnung des Frankfurter Büros 2015 mit zwei Büros. Doch ansonsten hat sie in der Regel nur eine Vertretung pro Land. (Marc Chmielewski)

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