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10.04.2015

Neue Märkte: Wülfing Zeuner Rechel eröffnet eigene Niederlassung in Teheran

Gut eine Woche nach dem Rahmenabkommen im Atomstreit mit dem Iran eröffnet am heutigen Freitag die Hamburger MDP-Kanzlei Wülfing Zeuner Rechel (WZR) ein eigenes Büro in Teheran. Dazu schließen sich der iranische Rechtsanwalt Mohammad Khansir (40) und der iranisch-amerikanische Jurist Mohammad Bushehri (44) WZR an. Beide kommen als of Counsel.

Afshin Ghassemi

Afshin Ghassemi

Die neuen WZR-Berater bleiben zudem beim Management Development Research Center tätig (MDRC), einem Fortbildungscenter für Führungskräfte aus der iranischen Wirtschaft. Aus dem Hamburger WZR-Büro wechselt zusätzlich der deutsche Jurist Afshin Ghassemi (34) nach Teheran.

Soweit bekannt, eröffnet damit erstmals eine größere deutsche Wirtschaftskanzlei einen eigenen Standort im Iran. „Die deutschen Ausfuhren in den Iran stiegen bereits nach der ersten Lockerung der Sanktionen in 2014 um über 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 2,4 Milliarden Euro“, sagte Dr. Thomas Wülfing, Seniorpartner bei WZR. „Der Iran wird sich nun, nach der Aufhebung der Sanktionen, zum größten Markt im Mittleren Osten herausbilden – und deutsches Know-­how und deutsche Produkte sind im Iran nach wie vor sehr gefragt.“

Mit dem MDRC, in deren Räumlichkeiten auch das WZR-Büro angesiedelt sein wird, schloss WZR zugleich eine strategische Partnerschaft. „Dadurch können wir deutsche Unternehmen ohne Umwege direkt mit den Entscheidern aus der iranischen Wirtschaft zusammenbringen“, so Wülfing.

Bereits in den vergangenen Monaten hatten WZR und MDRC gemeinsame Veranstaltungen in Hamburg und Teheran abgehalten. Auf Initiative von WZR soll zudem eine hochrangige Delegation der iranischen Automobilindustrie für Gespräche mit deutschen Automobilherstellern und Autoteilezulieferern nach Deutschland reisen.

Thomas Wülfing

Thomas Wülfing

Zur WZR-Gruppe gehören neben rund 50 Rechtsanwälten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Insolvenzverwaltern auch die Beratungsgesellschaften MedAdvisors und SportAdvisors. Außer in Hamburg unterhält sie fünf weitere kleine Standorte in Deutschland, dazu kommen fünf eigene Niederlassungen im Ausland: Bereits seit 2008 ist die Kanzlei in Sao Paulo, 2013 kam Peking dazu, im Jahr darauf eröffnete sie eine Präsenz in Zürich. Seit Anfang dieses Monats verfügt WZR auch über einen eigenen kleinen Standort in Dubai. Vor Ort arbeitet fest der Hamburger Gesellschaftsrechtler Marcel Trost.

In den vergangenen Jahren hat sich insbesondere der Nahe Osten als Schwerpunkt der Kanzlei herauskristallisiert: Begonnen hatte sie 2008 als Beraterin der kuwaitischen Königsfamilie. Seither hat WZR ihre Aktivitäten in der Region nach und nach ausgebaut.

Im Dezember 2012 formalisierte sie ihr Netzwerk und gründete mit elf Sozietäten aus neun Ländern die Allianz Germela (German Middle East Lawyers). Mittlerweile ist das Netzwerk auf 22 Kanzleien in 18 Ländern gewachsen. Zu dem Netzwerk gehören weiterhin auch die beiden iranischen Kanzleien International Law Office und Dr. Shamsaei & Associates. (Christine Albert)

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