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11.06.2015

Nach langer Diskussion: Aus Heisse Kursawe wird Eversheds Deutschland

Vergangene Nacht hat die deutsche Partnerschaft von Heisse Kursawe Eversheds (HKE) der Fusion mit ihrem bisherigen Kooperationspartner Eversheds zugestimmt. Damit wird die bislang rechtlich und finanziell unabhängige Kanzlei rückwirkend zum Mai in die britische LLP integriert. Eversheds Deutschland zählt rund 90 Anwälte in ihren drei Büros in München, Hamburg und Berlin.

Matthias Heisse

Das Münchner Stammhaus von Heisse Kursawe arbeitete ab 2005 im Rahmen einer Kooperation eng mit Eversheds zusammen, die aus den Fusionen verschiedener englischer Regionalkanzleien hervorging. Seit Anfang 2006 firmierte Heisse Kursawe auch mit den Namenszusatz Eversheds. Die Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss hatten nach JUVE-Informationen bereits 2014 begonnen und seit Jahresbeginn deutlich an Fahrt gewonnen. Ein zentrales Thema dabei war die finanzielle Integration der überschaubaren Equity-Partnerriege und der zahlenmäßig größeren Salary-Partnerschaft in die Strukturen einer LLP nach englischem Recht. Nun stiegen alle bisherigen 7 Equity-Partner und 21 Salary-Partner von HKE sowohl als Partner bei der britischen Mutter-LLP als auch der Eversheds Deutschland LLP ein. Zugleich ändert Eversheds damit in Deutschland ihr Geschäftsjahr: War hier bislang wie in vielen deutschen Kanzleien das Kalenderjahr ausschlaggebend, orientieren sich die hiesigen Anwälte ab sofort an dem Anfang Mai beginnenden englischen Geschäftsjahr.

„In den vergangenen zehn Jahren haben Eversheds und Heisse Kursawe Eversheds nicht nur zahlreiche internationale Mandanten erfolgreich begleitet, sondern wir teilen auch dieselben Werte bei der Mandantenorientierung und Arbeitsweise“, sagte Dr. Matthias Heisse, Managing-Partner von Eversheds Deutschland. „Durch den Zusammenschluss mit Eversheds bringen wir unseren zunehmend internationalen Fokus zum Ausdruck, bleiben für unsere Mandanten in Deutschland zugleich der verlässliche Partner, den sie seit vielen Jahren, teilweise Jahrzehnten kennen.“

Stefan Kursawe

Die Wurzeln von Heisse Kursawe reichen bis 1974 zurück, zwischenzeitlich war das Münchner Büro Bestandteil des bundesweiten Kanzleiverbundes Arcon. In der Folge zählte die Sozietät zu einer der personell expansivsten Einheiten im hart umkämpften Münchner Anwaltsmarkt. 2011 eröffnete die Kanzlei eine Dependance in Hamburg, 2014 folgte Berlin. Zu den bekanntesten Mandanten in Deutschland zählen der weltweite tätige Sicherheitstechnikhersteller Tyco, der Dachverband der Fluggesellschaften IATA sowie der irische Mischkonzern Pentair. In Deutschland ist vor allem die gesellschaftsrechtliche Praxis um den langjährigen Namenspartner Dr. Matthias Heisse anerkannt, etwa für die Beratung das Oldenburger Fotoentwicklungsunternehmen Cewe Color.

Eversheds ist über eigene Büros und mit Kooperationspartner mit 55 Büros in 29 Länder vertreten. Die Kanzlei, die zuletzt vor allem in Afrika und Asien expandierte, erwirtschaftete laut dem britischen Fachblatt ,The Lawyer‘ im Geschäftsjahr 2013/14 einen Umsatz von 384 Millionen Pfund. (Marcus Jung)

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