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24.06.2015

Stuttgart: Baker Tilly Roelfs baut Schiedspraxis mit Luther-Partner auf

Die MDP-Kanzlei Baker Tilly Roelfs baut von Stuttgart aus einen Schwerpunkt bei internationalen Streitigkeiten auf. Dafür kommt zum August mit Dr. René-Alexander Hirth ein ausgewiesener Experte in deutsch-asiatischen Wirtschaftsfragen, insbesondere für Prozesse und Schiedsverfahren. Der 52-Jährige ist aktuell Partner bei Luther, wo er bis zuletzt als Co-Praxisleiter die Gruppe Internationale Schiedsgerichtsbarkeit koordinierte.

René-Alexander Hirth

Hirth soll die Internationalisierung im Rechtsberatungsarm von Baker Tilly Roelfs vorantreiben und dafür die Kontakte der deutschen Anwälte stärker mit dem globalen Netzwerk verknüpfen. Aufgrund seiner beruflichen Laufbahn bringt Hirth dafür reichlich Sprach- und vor allem interkulturelle Kenntnisse mit. Er stieg als Anwalt bei Thümmel Schütze & Partner ein, für die er von 1994 bis 1999 den Standort in Singapur aufbaute und leitete, seit 2000 ist Hirth an dem für den gesamten asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum wichtigen Gerichts- und Schiedsstandort als sogenannter Registered Foreign Lawyer aktiv. 2008 wechselte er zu Luther und stellte an den Standorten Stuttgart und Singapur ein kleines Team zusammen, unter anderem mit chinesischen Juristen. Ob ihm weitere Anwälte von Luther folgen werden, ist derzeit nicht bekannt.

„Mit Dr. René-Alexander Hirth konnten wir eine ,geballte Asienexpertise‘ für Baker Tilly Roelfs gewinnen, mit der wir der stetig steigenden Nachfrage international tätiger Unternehmen noch besser entsprechen könnten“, so Wolfgang Richter, der innerhalb des Managements den Bereich Recht und Steuern verantwortet. In internationalen Projekten sei nicht nur fachliche Exzellenz entscheidend, sondern auch die notwendige interkulturelle Kompetenz, so Richter und spricht damit vor allem die langjährige Auslandserfahrung von Hirth an.

Kaum Auswirkungen für Luther

Für das Stuttgarter Luther-Büro ist es der erste Weggang eines Partners nach über drei Jahren, damals hatte die Kanzlei ein Corporate-Team an KPMG Law verloren. Zwischenzeitlich kam dort im vergangenen Jahr mit Dr. Axel Mühl ein Corporate-Partner von Haver & Mailänder hinzu. Für die Asienpraxis und die Schiedspraxis bringt Hirths Weggang wenig Veränderungen mit sich. Im grenzüberschreitenden Geschäft ist das Corporate/M&A-Team um den Kölner Partner Thomas Weidlich sehr gut positioniert, zudem hat die Kanzlei ihre Büros in Singapur und Schanghai über die Jahre mit deutschen und chinesischen Anwälten bestückt. Bei internationalen Schiedsverfahren dominiert der Hamburger Standort um Co-Praxisleiter Dr. Richard Happ die Außenwahrnehmung, hier funktioniert die Verzahnung mit anderen Standorten und Fachpraxen, vor allem dem Energiewirtschaftsrecht, deutlich besser.

„Die Trennung verlief einvernehmlich“, sagt Dr. Richard Happ, der den Bereich Schiedsgerichtsbarkeit nun alleine verantwortet: „Bei Luther ist die Schiedspraxis überregional aufgestellt. Das heißt, alle Kollegen, die in Schiedsverfahren oder im Bereich Prozessführung und Mediation tätig sind, arbeiten eng vernetzt innerhalb einer Praxisgruppe miteinander. Je nach Mandat stellen wir dann – innerhalb dieser Praxisgruppe – ein Team entsprechend der geforderten fachlichen Schwerpunkte zusammen. Da wir häufig internationale Mandate begleiten, hat sich diese flexible Struktur als sinnvoll erwiesen“

Es ist nicht die einzige personelle Bewegung bei Luther. Vor wenigen Wochen hat die Kanzlei beschlossen, sich aus Dresden zurückzuziehen, an dem ostdeutschen Standort sind aktuell noch ein Partner und ein Associate tätig. Dort war Ende März bereits Dr. Frank Lohse als Partner ausgeschieden. Er wechselte als Head of Logistics und General Counsel zur Werbeagentur Move:Elevator (Marcus Jung).

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