Artikel drucken
23.02.2016

Kanzleifusion: Carroll Burdick schließt sich Squire Patton Boggs an

Die international tätigen US-Kanzleien Squire Patton Boggs und Carroll Burdick & McDonough fusionieren zum März. Beide Einheiten sind auch in Deutschland vertreten: Squire an den Standorten Frankfurt und Berlin, Carroll Burdick unterhält ein kleines Büro in Böblingen bei Stuttgart. Die neue Einheit wird Squire Patton Boggs heißen – der Name Carroll Burdick verschwindet.

Mertens_Kai

Kai Mertens

Squire Patton Boggs war selbst erst 2014 aus einer Fusion hervorgegangen: Damals schlossen sich die angloamerikanische Kanzlei Squire Sanders und die US-Wettbewerberin Patton Bogg zu einer Einheit zusammen, die mit 1.500 Anwälten und 44 Büros in 21 Ländern zu den größten internationalen Kanzleien zählt. Hauptsitz ist Cleveland im US-Bundesstaat Ohio. In Deutschland sind derzeit 48 Berufsträger für Squire Patton Boggs tätig, darunter 17 Partner.

Carroll Burdick ist wesentlich kleiner. Für die Kanzlei sind 50 Anwälte tätig, sie verteilen sich auf das Stammbüro in San Francisco sowie Los Angeles, Hongkong und Böblingen. Die Kanzlei ist auf Prozessführung und Produkthaftung spezialisiert. Zu den Mandanten am Standort Böblingen gehören vor allem Unternehmen der Autoindustrie. Dort sind fünf Berufsträger tätig, darunter drei Partner. Insgesamt umfasst die deutsche Praxisgruppe in Böblingen und San Francisco, die deutsche Unternehmen vor allem in Bezug auf US-Recht berät, zwölf Anwälte, acht davon Partner.

Managing-Partner der deutschen Praxis mit künftig drei Standorten bleibt der bisherige Squire-Managing-Partner Dr. Kai Mertens. Anknüpfungspunkte zum Geschäft von Squire Patton Boggs ergeben sich in Deutschland etwa über den Automotive-Schwerpunkt des Frankfurter Büros und die dortige Commercial-Litigation-Praxis. Zu den Mandanten der Kanzlei zählen etwa die südamerikanische Fluggesellschaft LAN und Cathay Pacific aus Hongkong, die sie im Luftfrachtkartell vertritt. Zudem vertritt der Frankfurter Litigation-Partner Horst Daniel einen Kühlkompressoren-Hersteller gegen eine Kartellschadensersatzklage von BSH Bosch Siemens Hausgeräte. 

Ende 2015 beriet ein Berliner M&A- und Immobilienteam um Managing-Partner Mertens die Deutsche Wohnen beim Kauf eines 1,1 Milliarden Euro schweren Wohnungsportfolios der Wettbewerberin Patrizia. (Marc Chmielewski)

  • Teilen