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31.05.2017

Insolvenzkanzleien: Anchor verstärkt Prozessabteilung mit Wellensiek-Partner

Die Insolvenzkanzlei Anchor verstärkt sich mit einem alten Bekannten: Dr. Michael Flitsch (46), der wie die Anchor-Gründer sein Handwerk bei Wellensiek erlernt hat, wechselt zum Juni als Partner in das Mannheimer Anchor-Büro. Er war 18 Jahre lang für Wellensiek tätig, seit 2006 als Partner.

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Michael Flitsch

Flitsch ist sowohl in der Insolvenzverwaltung als auch in der insolvenzrechtlichen Beratung und Prozessführung erfahren. Ursprünglich war er im Verwalterzweig der Heidelberger Kanzlei tätig. Unter anderem war er in zahlreiche Großinsolvenzen des Wellensiek-Veteranen Dr. Dr. Werner Schreiber eingebunden, etwa bei der Holzwerkstoffgruppe Hornitex oder dem Fertighausbauer Kampa.

Zuletzt war Flitsch von Frankfurt aus schwerpunktmäßigmäßig in der insolvenzrechtlichen Prozessführung sowie in Beratungsmandaten tätig. Seit dem Frühjahr gehörte er zu dem Wellensiek-Team, das die Eigenverwaltung beim Aachener CD-Hersteller Cinram begleitet. 2014 beriet er einen Kaufinteressenten in der ersten Insolvenz des Fahrradbauers Mifa.

Seine prozessrechtliche Spezialisierung wird er in der neuen Kanzlei noch vertiefen: Er soll bei Anchor als verantwortlicher Partner die Prozessabteilung leiten und weiter ausbauen. Ein laufendes großes Mandat – die Verteidigung eines Ex-Finanzvorstands eines insolventen börsennotierten Solarunternehmens gegen dessen Insolvenzverwalter – wird er zusammen mit Wellensiek-Kollegen fortführen.

Anchor ist in den knapp zehn Jahren ihres Bestehens kontinuierlich gewachsen. Im Februar hatte die Kanzlei mit Neuzugang Lars Hinkel, der von BBL Bernsau Brockdorff & Partner kam, einen Standort in Düsseldorf eröffnet. Die NRW-Hauptstadt ist auch einer der Standorte der 2016 neu gegründeten Anchor-Management-Gesellschaft, die mit Zugängen von Deloitte operative Sanierungsberatung anbietet.

In der klassischen Insolvenzverwaltung konnte die Kanzlei in den vergangenen Monaten einige Erfolge erzielen. Vor allem die Insolvenz der Lutz-Gruppe ragt in einem nach wie vor schwachen Markt heraus. Vom Amtsgericht Augsburg wurden Dr. Robert Hänel, Dr. Paul Abel und Prof. Dr. Martin Hörmann bestellt. Die Lutz-Gruppe gehört mehrheitlich Paragon Partners und produziert mit rund 850 Beschäftigten Wurstwaren. Ebner Stolz hatte Lutz mit einem Team um den Kölner Partner Jan Groß in der akuten Liquiditätskrise sowie beim Insolvenzantrag beraten.

Wellensiek hingegen hat mit dem Ausscheiden von Flitsch erneut einen bekannten Namen verloren. Zum Jahreswechsel war der Berliner Partner Dr. Gerrit Heublein gegangen und hatte sich mit dem Münchener Wirtschaftsprüfer Walter Müller unter dem Namen Heublein Müller selbstständig gemacht. Allerdings hat Wellensiek in krisenbezogenen M&A-Mandaten zuletzt an Präsenz gewonnen. (Markus Lembeck)

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