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28.03.2018

US-Kanzlei: Heymann startet für Covington & Burling in Frankfurt

Zum April eröffnet Covington & Burling ihren ersten deutschen Standort in Frankfurt. Dafür hat sie die Frankfurter Kanzlei Heymann & Partner gewonnen, die künftig mit ihrem Team für die US-Kanzlei im Einsatz sein wird. Managing-Partner wird Heymann-Partner Dr. Henning Bloß.

Thomas Heymann

Thomas Heymann

Mit Covington, für die weltweit rund 1.000 Anwälte tätig sind, kommt eine Kanzlei mit langer Tradition nach Deutschland. 1919 in Washington gegründet, unterhält sie mehrere Standorte in den USA: Dazu gehören Los Angeles, New York, San Francisco sowie ein Büro im Silicon Valley. Bekannt in den USA ist sie auch durch einen prominenten Partner in ihren Reihen. Eric Holder, Justizminister unter Barack Obama, gehört seit 2015 wieder zur Kanzlei. Covington ist außer in den USA bereits seit rund 30 Jahren in Europa. Schon 1988 eröffnete sie einen Standort in London, 1990 folgte Brüssel. In den vergangenen Jahren standen weltweit die Zeichen auf Wachstum. Büros in Peking, Dubai, Johannesburg, Seoul und Schanghai kamen hinzu, während die Mannschaft in Europa mit rund 150 Anwälten in London und 70 Anwälten in Brüssel aber recht stabil blieb.

In Europa ist Covington vor allem bei der Beratung regulierter Industrien präsent, allen voran in der Healthcare-Branche. Um den deutschen Markt zu erschließen, hatte die Kanzlei 2014 den angesehenen Pharmarechtsexperten Dr. Dr. Adem Koyuncu von Mayer Brown ins Brüsseler Büro geholt, der nun nach Frankfurt wechseln wird. Durch den Zusammenschluss kommt auch Heymann-Partner Dr. Jörn Hirschmann (43) dazu, der ebenfalls als gut verdrahtet in der Pharmabranche gilt. Vor seinem Wechsel zu Heymann 2016 verantwortete er Compliance, Recht und M&A bei der Klinikgruppe Asklepios.

Partner aus Brüssel und New York wechseln nach Frankfurt

Covington hat zudem einen guten Ruf für Prozesse und Kartellrecht – beides Bereiche, die Heymann bislang nicht abdeckt. Ziel des Frankfurter Covington-Büros ist eine Full-Service-Beratung, die neben dem Gesellschaftsrecht auch Transaktionen, Restrukturierung und Arbeitsrecht umfassen soll. Zum Frankfurter Büro gehören dann insgesamt acht Partner. Neben den sechs Heymann-Partnern und Koyuncu aus Brüssel gehört dazu noch Philipp Tamussino aus dem New Yorker Büro.

Das Team um Namenspartner Thomas Heymann hat sich seit Gründung der Kanzlei vor zwölf Jahren auf M&A- sowie Private-Equity-Transaktionen vor allem für Mandanten aus der Technologiebranche fokussiert. Festes Standbein war immer auch das IT-Recht: Speziell bei IT-Outsourcingprojekten sicherte sich die verhältnismäßig kleine Einheit in den vergangenen Jahren regelmäßig große Mandate.

Mit Covington und Heymann tun sich zwei alte Bekannte zusammen. Namenspartner Heymann kennt Covington bereits seit seiner Zeit bei Willkie Farr & Gallagher sowie bei Clifford Chance, bei der er bis zum Jahr 2000 Managing-Partner war. Gemeinsam berieten sie seinerzeit Microsoft. Auch bei Transaktionen waren sie schon in der Vergangenheit zusammen im Boot, etwa für die britische Pharmagruppe Vectura, eine langjährige Mandantin der US-Kanzlei. Für den deutschen Part des Kaufs von Activaero holten die Londoner Covington-Anwälte 2014 Heymann und sein Team an Bord.

Mit der Eröffnung in Frankfurt kommt eine weitere US-Kanzlei nach Deutschland. Ende 2015 hatte schon Goodwin Procter mit Ashurst-Partnern in Frankfurt eröffnet. Im Frühjahr 2016 folgte Sidley Austin, die zwei Jahre nach ihrem Rückzug aus Deutschland einen erneuten Start mit Partnern von Kirkland & Ellis in München wagte. Greenberg Traurig entschied sich 2015 für Berlin und gewann für ihren Start ein Team von Olswang. (Eva Flick)

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