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03.07.2020

Spin-off bei Görg: Kölner Team startet als Reitze & Wilken

In Köln haben im Juli fünf ehemalige Görg-Anwälte eine neue Kanzlei gegründet. Als Reitze & Wilken fokussiert sich das Team auch weiterhin auf Restrukturierungen, Gesellschaftsrecht und Prozessführung. Die Neugründung steht in einer Reihe von Weggängen aus dem Kölner Görg-Büro in jüngerer Zeit.  

Oliver Wilken

Oliver Wilken

Namensgeber der neuen Kanzlei sind Dr. Serge Reitze (50), Vorstand der Arcandor AG in Liquidation, und Dr. Oliver Wilken (55), der als Görg-Partner bislang auf Organberatung und Kapitalmarktrecht spezialisiert war.

Zum Startteam von Reitze & Wilken gehören daneben noch drei weitere Partner: der bisherige Görg-Partner Dr. Klaus Felke (45), der etwa zusammen mit Wilken im Rahmen der Solarworld-Restrukturierung umfangreich beraten hatte, Dr. Sebastian Hagemann (36), der als assoziierter Partner bei Görg im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht arbeitete, sowie Dr. Boris Ober (40), der bis Mitte 2019 bei Görg im Insolvenzrecht und der Insolvenzplangestaltung beriet.

Die Erfahrung, die das Team bei zahlreichen Restrukturierungsmandaten in der angesehenen Görg-Praxis gewonnen hat, will es nun unter eigener Flagge nutzen. Die Partner pflegen unter anderem laufende Verbindungen zur Stuttgarter Kanzlei Hennerkes Kirchdörfer & Lorz, mit der sie etwa zu Konzernreorganisationen beraten. Bekannt sind auch die Kontakte zu Mandanten wie der Evangelischen Bank, dem Maschinenhersteller Alexanderwerk oder auch Scherzer & Co, die sich aktuell bei der Revitalisierung von Arcandor engagiert. Die Kanzlei will auch weiter wachsen, unter anderem auf Associate-Ebene. 

Viel Bewegung bei Görg

Die Trennung erfolgt offenbar in gutem Einvernehmen. Doch der Kölner Görg-Standort ist unübersehbar stärker in Bewegung als in den Jahren zuvor: Erst im November 2019 hatten sich zwei erfahrene Counsel des langjährigen Görg-Insolvenzverwalters Hans-Gerd Jauch dessen neuer Kanzlei angeschlossen. Jauch war im Jahr zuvor nach Erreichen der Altersgrenze bei Görg ausgeschieden. Auch die Kanzlei Jauch Dahl Linnenbrink ist neben der Insolvenzverwaltung auf die insolvenznahe Beratung fokussiert, die den großen Ruf des Kölner Görg-Büros auch weiterhin stark prägt.

Doch Görg arbeitet seit einiger Zeit auch am Ausbau einer Corporate-Praxis, die stärker unabhängig von der Restrukturierungsarbeit agiert. So holte sie vor wenigen Wochen einen Partner der Kölner Konkurrentin Oppenhoff & Partner dazu und flankierte dies mit Partnerernennungen aus den eigenen Reihen. Einen Rückschlag hatten diese Pläne 2019 allerdings mit dem Weggang von Dr. Oliver von Rosenberg zu Heuking Kühn Lüer Wojtek erlebt.

Einen Zugang konnte Görg zuletzt aber in Berlin vermelden: Dort kam zum Juli mit Dr. Timm Theilmann (43) ein auf Corporate- und Finanzierungsthemen im Technologiesektor spezialisierter Salary-Partner dazu. Zuletzt hatte er bei TPR Legal als sogenannter Manager Legal Projects gearbeitet. Und der Insolvenzverwalterzweig meldete bereits mehrere Neuzugänge von Schultze & Braun, die in Bremen beziehungsweise Stuttgart zu Görg wechseln werden. (Antje Neumann)

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