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05.05.2021

Gemeinsam global: Luther und Fidal gründen internationales Kanzleinetzwerk

Unter der Marke Unyer wollen Luther und die französische Kanzlei Fidal ein internationales Netzwerk aufbauen. Damit sollen neben der Rechtsberatung auch Legal-Tech-Lösungen gebündelt werden. Die Gründungskanzleien des länderexklusiven Netzwerkes haben einen ambitionierten Wachstumsplan für die nächsten Jahre. Dr. Markus Sengpiel wird Mitglied des Executive Committees. 

Christine Blaise-Engel

Christine Blaise-Engel

Mehr internationale Reichweite und Schlagkraft: Um das zu erreichen, haben sich die langjährigen Best-Friends-Kanzleien Luther und Fidal zusammengetan. In der globalen Organisation Unyer, die als Schweizer Verein gegründet wurde, wollen sie ein Netzwerk an Kanzleien vereinen.

Die beiden Gründungskanzleien gehen mit dem Ziel an den Start, bis zum Jahr 2030 in den meisten der 20 größten Volkswirtschaften ein Mitglied gewonnen zu haben. CEO der neuen Organisation wird die französische Senior-Partnerin Christine Blaise-Engel, der deutsche Co-Managing-Partner von Luther, Dr. Markus Sengpiel, ist Mitglied des Executive Committees.

Markus Sengpiel

Markus Sengpiel

Pro Land soll nur eine Kanzlei exklusives Mitglied bei Unyer werden können. Außerdem muss diese Full Service und einen starken Branchenfokus anbieten und im eigenen Heimatmarkt über eine starke Marke verfügen. Dabei orientieren Luther und Fidal sich an ihrem eigenen Selbstverständnis.

Fidal ist mit 90 Büros in Frankreich nochmal deutlich dezentraler organisiert als Luther in Deutschland, die zehn Büros betreibt. Gemeinsam zählen die beiden Kanzleien rund 2.000 Anwälte und Professionals und setzten im vergangenen Geschäftsjahr über 500 Millionen Euro um. Einem gemeinsamen Businessplan folgend soll neben Rechtsberatung auch technische Entwicklung etwa zu Legal Tech unter Unyer vorangetrieben werden. Auch die Ausbildung von Anwälten in Form einer Akademie ist angedacht. 

Seit Anfang des Jahres ist Fidal, die 1922 ursprünglich als Steuerkanzlei gegründet worden war, für Frankreich auch Teil des internationalen Steuernetzwerkes WTS Global.

Für Luther ist es ein großer Schritt auf dem Weg ihrer Internationalisierungsstrategie. Im Jahr 2015 verabschiedete sie sich aus dem internationalen Steuernetzwerk Taxand. Immer wieder kamen Gerüchte auf, die Kanzlei befände sich in Fusionsgesprächen, zum Beispiel mit Addleshaw Goddard, die sich aber nie bestätigten. Danach waren die vergangenen Jahre vor allem davon geprägt, die Best-Friends-Beziehungen insbesondere in Europa zu prüfen und möglichweise auch zu straffen.

Luther und Fidal teilen einige Best-Friends-Kanzleien. Noch ist nicht bekannt, ob und welche davon sich für Unyer gewinnen lassen. (Anika Verfürth)

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