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05.01.2015

Brüssel: McDermott-Partnerin Maier wechselt als General Counsel Competition zu Unilever

Zum Jahreswechsel hat Martina Maier, die bisherige Leiterin der europäischen Kartellrechtspraxis von McDermott Will & Emery, eine neue Position bei Unilever übernommen. Die 48-Jährige ist als General Counsel Competition weltweit für die Einhaltung und Umsetzung kartellrechtlicher Vorschriften verantwortlich. Nur wenige internationale Konzerne haben für den Bereich Kartellrecht eine derart zentrale Position eingerichtet.

Martina Maier

Martina Maier

Ungewöhnlich ist zudem, dass Unilever die exponierte Inhouse-Position mit einer Anwältin aus einer Kanzlei besetzt. Maier stammt ursprünglich aus Berlin, die Kartell- und Beihilferechtsspezialistin ist aber seit Jahren in Paris und Brüssel tätig. Nach dem beruflichen Start bei der Freshfields-Vorgängerkanzlei Bruckhaus Westrick Heller Löber arbeitete die äußerst frankophile Anwältin einige Jahre bei Haarmann Hemmelrath in Brüssel und Paris. Das Brüsseler Büro der US-Kanzlei Howrey bildete eine weitere Station, bevor sie 2006 zu McDermott wechselte. Mitte 2014 wurde sie zudem in den neunköpfigen Vorstand der renommierten Studienvereinigung Kartellrecht gewählt, in der Spezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an der wissenschaftlichen und praktischen Fortentwicklung des Rechtsgebietes arbeiten.

„Nach 19 Jahren rechtsberatender Tätigkeit in Kanzleien konzentriere ich meine Arbeit künftig ganz auf einen einzigen Mandanten. Ich freue mich sehr darauf, bei Unilever einige zentrale Projekte mit zu entwickeln und zu begleiten,“ sagt Maier zu ihrem Wechsel.

Ihre neue Position ist unmittelbar an Ritva Sotamaa angegliedert, die seit 2009 Chief Legal Officer von Unilever ist. Die Finnin war bis dahin General Counsel der Healthcare-Sparte von Siemens. Die bisherige Kartellrechtschefin Anny Tubbs ist seit Anfang des Jahres Chief Compliance Officer für Unilever. Während Sotamaa in der Konzernzentrale London arbeitet, bleibt die Leitungsfunktion Kartellrecht in Brüssel angesiedelt. Zu Unilever gehören Marken wie Knorr, Langnese, Pfanni, Bertolli, Ben & Jerry’s Ice Cream, Dove oder Lipton. Nach Angaben des Konzerns sind rund 42 Prozent der Management-Positionen mit Frauen besetzt.

Mit Maier verliert McDermott zwar eine exponierte Kartell- und Beihilferechtspartnerin, bleibt auf dem Gebiet dennoch gut aufgestellt. In Philipp Werner hat die Kanzlei einen jüngeren Partner, der sich spürbar mit der deutschen Praxis vernetzte und einige neue Mandanten gewinnen konnte. Er war 2006 mit Maier von Howrey zu McDermott gewechselt. US-Partner Joseph Winterscheid, welcher die weltweite Kartellrechtspraxis von McDermott von Washington aus leitet, sagte gegenüber JUVE: „Martina ist eine fantastische Anwältin, und hat einen großen Beitrag zur Kartellrechtspraxis unserer Kanzlei geleistet. Während wir es bedauern, dass sie uns verlässt, wünschen wir ihr nur das Beste für ihre neue Position bei Unilever.“ (Antje Neumann)

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