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07.12.2018

Nach Milliardendeal: Deutscher Jurist wird General Counsel bei Collins Aerospace

Dr. Christoph Feddersen hat Ende November die weltweite Leitung der Rechtsabteilung von Collins Aerospace Systems übernommen. Der 48-Jährige ist damit Chef der globalen Rechtsabteilung und Teil der Geschäftsleitung des nach einem milliardenschweren Technologiedeal neu gegründeten Luft- und Raumfahrtsystemherstellers. 

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Christoph Feddersen

Christoph Feddersen arbeitete zunächst einige Jahre bei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton und Morgan Lewis, unter anderem in Brüssel.

Mit seinem Wechsel in eine Inhouse-Funktion beim Technologieriesen UTC in Brüssel begann ab 2006 eine Karriere, wie sie nur wenige deutsche Anwälte in einem internationalen Konzern erreichen. Zwei Jahre später wechselte Feddersen innerhalb des Unternehmens in die USA, um die weltweite Verantwortung der internen Kartellrechtspraxis zu übernehmen. Ab 2012 begleitete er in der Position als Vorstandsassistent federführend UTCs ebenfalls milliardenschweren Kauf von Goodrich und war maßgeblich an dessen Integration beteiligt, die nach weiteren Zukäufen zur Gründung von UTC Aerospace führte. In dieser neuen Konzerntochter übernahm er im Jahr 2015 die Position des General Counsel.

Nach dem Ende November 2018 abgeschlossenen Kauf von Rockwell Collins, wird Feddersen auf dieser Erfahrung aufbauen können. Er wird als General Counsel des neu gegründeten Konzerns Collins Aerospace erneut eine strategisch bedeutende Integration begleiten. In dieser Funktion ist er zugleich Teil der sechsköpfigen Geschäftsleitung mit Sitz in Florida. Er wird dabei für alle Rechtsfragen, einschließlich Exportkontrolle und Vertragsorganisation zuständig sein, sowie für Ethics and Compliance. Zur Rechtsabteilung zählen rund 100 Juristen und insgesamt 1.000 Mitarbeiter.  

Collins Aerospace Systems beschäftigt weltweit 70.000 Mitarbeiter und ist damit nach eigenen Angaben das gröβte Unternehmen der Luftfahrtsystemindustrie. Es betreibt auch in Deutschland rund 20 Forschungs- und Produktionsstandorte. Wegen geschäftlicher Überschneidungen zwischen den Fusionspartnern UTC und Rockwell Collins im Bereich von Sauerstoffversorgungssystemen hat die EU-Kommission allerdings den Verkauf von zwei Forschungsprojekten auf diesem Gebiet verlangt. (Antje Neumann) 

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