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28.06.2012

Kapitalerhöhung: Uniqa sammelt mit Schönherr halbe Milliarde Euro ein

Der Versicherer Uniqa besorgt sich über eine Barkapitalerhöhung 500 Millionen Euro. Die Deutsche Bank und die Raiffeisen Centrobank begleiten den Deal, an dem sich nur Altaktionäre beteiligen können.

Ursula Rath

Ursula Rath

Die beiden Kernanteilseigner Raiffeisen Zentralbank (RZB) beziehungsweise deren Konzerngesellschaften und der Austria Versicherungsverein (AV) werden ihre Bezugsrechte dabei voll ausüben und verpflichteten sich darüber hinaus, die nicht von den anderen Aktionären übernommenen Aktien aufzugreifen. Üben andersherum mehr Aktionäre ihre Bezugsrechte aus als neue Aktien vorhanden sind, werden RZB und AV anteilig auf Bezugsrechte verzichten. Insgesamt werden neue Aktien im Umfang von 33,3 Prozent des bestehenden Grundkapitals ausgegeben.

Die Bezugsfrist endet am 12. Juli, als erster Handelstag für die neuen Aktien ist der 18. Juli anvisiert. Die jetzige Kapitalerhöhung ist ein Zwischenschritt zum Börsengang (Re-IPO), mit dem im kommenden Jahr der Streubesitz von derzeit 9,5 Prozent auf bis zu 49 Prozent erhöht werden soll.

Uniqa will durch eine börsenfreundlichere Konzernstruktur ihre ehrgeizigen Wachstumspläne besser finanzieren. Im Rahmen der Neuaufstellung soll die Uniqa Personenversicherung AG zu einem 100-prozentigen Tochterunternehmen der Uniqa Versicherungen AG werden und die Salzburger Landes-Versicherung vollständig Teil der Uniqa Österreich Versicherungen AG.

Mit dem neu eingenommen Kapital soll außerdem das Wachstum in Zentral- und Osteuropa (CEE) vorangetrieben werden. So vereinbarte der Versicherer kürzlich mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) den Kauf von EBRD-Minderheitsbeteiligungen an den Uniqa-Tochtergesellschaften in Kroatien, Polen und Ungarn.

Ihre Kundenzahl will Uniqa bis 2020 auf 15 Millionen verdoppeln und das Ergebnis bis 2015 um bis zu 400 Millionen Euro steigern. Gleichzeitig will der Versicherer bis 2015 rund 600 Mitarbeiter weniger beschäftigen. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern mit rund 15.000 Mitarbeitern mehr als 5,3 Milliarden Euro um.

Berater Uniqa
Schönherr (Wien): Dr. Ursula Rath (Federführung), Dr. Peter Feyl; Associates: Christoph Moser, Dr. Thomas Kulnigg (beide Anwälte), Dr. Hemma Parsché (Rechtsanwaltsanwärterin; alle Bank-/Kapitalmarktrecht)
Inhouse (Wien): Dr. Harald Weiser (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Berater Konsortialbanken
Weber & Co. (Wien): Prof. Dr. Stefan Weber – aus dem Markt bekannt

Berater RZB
Inhouse (Wien): Dr. Robert Kaukal

Berater AV
Nicht bekannt

Hintergrund: Schönherr begleitet den Uniqa-Konzern schon seit Langem, unter anderem bereits 2003 beim Erwerb des österreichischen Tochterunternehmens von Axa (mehr…). Auch in kapitalmarktrechtlichen Fragen ist die Kanzlei eine der ersten Ansprechpartnerinnen des Versicherers. Schönherr-Partnerin Rath gehört zu den renommierten Bankrechtlerinnen Österreichs und beriet Uniqa auch 2008 sowie 2009 zu zwei kleineren Kapitalerhöhungen.

Raths Partner, der langjährige Leiter der Schönherr-Banking-Praxis Peter Feyl, berät Uniqa bei seiner derzeitigen Neustrukturierung. Dafür war die Kanzlei auch mit einem von Thomas Kulnigg geführten Due-Diligence-Team tätig in den Ländern Österreich, Albanien, Bosnien, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Mazedonien, Montenegro, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakien und der Ukraine.

In Deutschland greift Uniqa regelmäßig auf Clifford Chance zurück.

Bankenberater Stefan Weber gehört zu den bekanntesten und erfahrensten Kapitalmarktanwälten Österreichs. Er gilt bei der Deutschen Bank in Österreich als gesetzt. Der vormalige Saxinger Chalupsky-Partner ist nun unter eigenem Namen am Markt tätig, nachdem er und sein langjähriger Kollege Dr. Martin Maxl sich Mitte des vergangenen Jahres getrennt haben. (Jörn Poppelbaum, René Bender)

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