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04.10.2012

Umstritten: RWE stockt mit Wolf Theiss Beteiligung an Kelag auf

Das Land Kärnten hat 6,5 Prozent seiner Anteile an der Kärtner Elektizitäts-AG (Kelag) an den deutschen Stromkonzern RWE verkauft. Presseberichten zufolge hat das hoch verschuldete Bundesland damit 98 Millionen Euro eingenommen.

Dieter Spranz

Dieter Spranz

RWE ist bereits seit 2001 Teilhaber an der Kelag. Die neue Eigentümerstruktur sieht nun so aus: Der KEH, an der das Land Kärnten 51 Prozent und RWE 49 Prozent halten, gehören 51 Prozent, der Verbund ist mit 35,17 Prozent und RWE nochmal direkt mit 12,85 Prozent beteiligt. 0,98 Prozent sind in Streubesitz.

Die Transaktion ist politisch von einer gewissen Brisanz. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob es sich bei den veräußerten Kelag-Anteilen um Landeseigentum handelt, das nur mit Landtagsbeschluss veräußert werden kann. Zudem muss die öffentliche Hand laut Verfassung mehr als 50 Prozent an dem Versorger halten. Ob das bei der Kelag der Fall ist und war, ist ebenfalls umstritten.

Berater RWE
Wolf Theiss (Wien): Dr. Dieter Spranz – aus dem Markt bekannt
Inhouse (RWE Deutschland AG; Essen): Dr. Hans-Joachim Arnold (Leiter Recht, Compliance)

Berater Land Kärnten
Klaus & Partner (Klagenfurt): Dr. Alexander Klaus – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Wolf Theiss hat RWE bereits 2001 beim Ersterwerb von Anteilen an der Kelag vertreten und wurde daher hier erneut mandatiert, ohne dass die RWE ein Pitchverfahren durchführte.

Der Klagenfurter Anwalt Klaus ist seit Jahren enger Vertrauter des Landes Kärnten und seiner Beteiligungen. So beriet er etwa 2005 die Kärntner Landes- und Hypothekenbank-Holding bei einer Umtauschanleihe (mehr…), damals noch als Namenspartner der Kanzlei BKQ Quendler Klaus und Partner. Die Sozietät wurde Ende 2009 aufgespalten. Zu den Mandanten zählten unter anderem vermögende Familienstiftungen wie die Friedrich Flick-Stiftung.

Klaus stand zudem als Verteidiger von Ex-Hypo-Alpe-Adria-Vorstand Wolfgan Kulterer beim Prozess um Bilanzfälschung in der Öffentlichkeit, ehe Ferdinand Lanker das Mandat übernahm. Klaus und Kulterer saßen gemeinsam im Stiftungsvorstand der Friedrich Flick-Stiftung. (Geertje Oldermann)

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