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05.09.2013

Skadden schließt Büro in Wien: Managing-Partner geht zu CMS Reich-Rohrwig Hainz

Wieder hat sich ein erfahrener Wiener Corporate-Anwalt für einen Wechsel zu CMS Reich-Rohrwig Hainz entschieden. Der langjährige Wiener Managing-Partner von Skadden Arps Slate Meagher & Flom, Rainer Wachter (55), steigt zum Oktober als Partner ein. Für CMS bedeutet dies eine signifikante Stärkung ihrer Kernbereiche, für Skadden ist damit der Rückzug aus Österreich besiegelt. Die US-Kanzlei schließt ihr Wiener Büro Ende September.

Rainer Wachter

Rainer Wachter

Wachter leitete 20 Jahre lang die Wiener Niederlassung von Skadden. Der Startschuss für die Präsenz in Österreich fiel 1993, als Wachter für die Österreichische Industrieholding AG im Zuge der Privatisierung des Öl- und Gaskonzerns OMV tätig wurde. Er übersiedelte, damals noch als Associate, von Frankfurt nach Wien, 1999 eröffnete die US-Kanzlei dann offiziell ein Büro dort. Wachter war 1997 der erste Europäer, der in der US-Kanzlei intern zum Partner aufgestiegen war. Mit Erreichen der Altersgrenze von 55 Jahren stand nun sein Ausscheiden aus der Partnerschaft an.

Bei Skadden arbeitete Wachter insgesamt acht Jahre in den Büros Frankfurt, New York und London. Dementsprechend bringt er viel internationale Erfahrung mit. Sein Schwerpunkt liegt bei grenzüberschreitende M&A-Transaktionen. Zudem ist Wachter spezialisiert auf Compliance-Themen, einschließlich forensischer Untersuchungen, und Kapitalmarktrecht. Daneben hat er langjährige Erfahrung mit internationalen Schiedsverfahren, insbesondere mit Investitionsschutzverfahren.

Bei CMS wird er neben Peter Huber, Managing-Partner von CMS Reich-Rohrwig Hainz, Co-Head des Corporate-Transactions-Teams. „Mit Rainer Wachter stößt eine der bekanntesten österreichischen Anwaltspersönlichkeiten im internationalen Transaktionsgeschäft zu CMS“, sagte Huber. „Wir freuen uns sehr, unsere Beratungskompetenz für unsere internationalen und nationalen Klienten durch diese prominente Verstärkung nochmals zu erweitern.“

Die CMS-Corporate-Praxis ist mit nun acht Equity-, einem Salary-Partner, zehn Rechtsanwälten und neun Rechtsanwaltsanwärtern eines der personell größten Teams im Markt. Ihre ohnehin starke Präsenz im Heimatmarkt hatte mit dem im Februar von Benn-Ibler gekommenen Dr. Wieland Schmid-Schmidsfelden bereits eine spürbare Verstärkung erhalten (mehr…).

„Die Kombination aus Internationalität und CEE-Fokus sowie der Full-Service-Ansatz der Sozietät bieten das passende Umfeld für viele weitere spannende Projekte. Dadurch kann ich insbesondere internationalen Klienten ein noch umfassenderes Service anbieten“, sagte Wachter. Gerade Kontakte zu einer internationaleren Klientenbasis erhofft sich CMS von ihm. Im Vergleich zu Wettbewerbern ist CMS nämlich weniger präsent bei ausländischen Investoren.

Skadden behält Österreich im Fokus

Bei Skadden sind neben Wachter zurzeit noch zwei Rechtsanwälte und ein Rechtsanwaltsanwärter tätig. Soweit bekannt, werden zumindest einige von ihnen Wachter zu CMS folgen. Der bei Skadden für Österreich und die Schweiz zuständige Frankfurter Partner Dr. Stephan Hutter betonte: „Das Österreich-Geschäft war für unsere Kanzlei wichtig und wird weiter wichtig sein.“

Er ist selbst Österreicher und zählt zu dem kleinen Kreis in Frankfurt tätiger Anwälte mit bedeutendem Kapitalmarktgeschäft in Österreich. Gemeinsam mit dem Pariser Partner Armand Grumberg leitet Hutter die österreichische Praxis von Skadden.

Nach Wachter war der frühere Counsel Dr. Markus Haberfellner der erfahrenste Anwalt von Skadden in Wien. Er wechselte allerdings vor einem Jahr zu Specht Böhm, wodurch das ohnehin sehr kleine Wiener Büro schon an Präsenz im Markt verloren hatte. Nur selten waren die Anwälte in Transaktionen mit Österreich-Bezug involviert. Sie waren vielmehr als integrierter Bestandteil der europäischen Corporate-Gruppe gefragt. (Geertje Oldermann)

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