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27.03.2014

Tankstellenkette AWI insolvent: Matthias Schmidt von Preslmayr zum Masseverwalter bestellt

Die AWI Mineralölgroßhandel- und Bauunternehmengesellschaft hat am Mittwoch ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Heute bestellte das Handelsgericht Wien Dr. Matthias Schmidt zum Masseverwalter des insolventen Tankstellenbetreibers. Es ist die drittgrößte Pleite in Österreich in diesem Jahr nach Stahlbauer Ma.Tec und Computerhändler DiTech.

Matthias Schmidt

Matthias Schmidt

Die Verbindlichkeiten bezifferte das Unternehmen Ende 2013 mit exakt 21,6 Millionen Euro, davon entfallen 14,2 Millionen Euro auf Banken und 6,3 Millionen Euro auf Lieferanten. Demgegenüber stehen Aktiva von 20 Millionen Euro. 41 Mitarbeiter und mehr als 1.400 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen.

Laut Schuldnerantrag sind die stagnierende Absatzentwicklung, eine misslungene Positionierung als Bedientankstelle und der Preisverfall am Markt die Ursachen für die Insolvenz. AWI verfügt derzeit über 53 Tankstellen, 3 Standorte werden lediglich als Tankautomat betrieben. Weitere Standorte werden an Dritte vermietet.

AWI Diskont wurde 1968 von Alois Windbrechtinger gegründet. Heute befindet sich die Unternehmensgruppe im Eigentum der drei Brüder Rosenthal. 2012 setzte AWI 97,5 Millionen Euro um.

Dem Gläubigerschutzverband KSV1870 zufolge wird im Sanierungsplanvorschlag die Bezahlung einer Quote von 20 Prozent geboten.

Berater AWI
Preslmayr (Wien): Dr. Matthias Schmidt (Masseverwalter), Christian Podoschek (Stellvertretender Masseverwalter)

Handelsgericht Wien
Dr. Johann Gumpinger (Gerichtsabteilung 28)

Hintergrund: Die Kanzlei Preslmayr hat traditionell einen Insolvenzschwerpunkt und hatte sich vor allem mit der Verwaltung von A-Tec einen Namen gemacht. Schmidt gehört zu den bekannten Insolvenzverwaltern am Markt. Er tritt regelmäßig sowohl als Masseverwalter als auch als Schuldnervertreter auf. In der jüngeren Vergangenheit verwaltete Schmidt etwa die Insolvenzen der Sardana-Holding, Teile der Unternehmensgruppe von Rakesh Sardana, der ÖWG Werbeagentur und Verlags GmbH sowie des Sozial- und Gesundheitswesenberaters HHC Heinrich Hospitality Consult.

Am Handelsgericht Wien landete die Causa in der gleichen Abteilung wie auch die DiTech-Pleite. Auch dort ist Richter Gumpinger der zuständige Richter. (Geertje de Sousa)

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