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22.08.2014

Dachziegel: Wienerberger stockt mit Alix Frank und FWP bei Tondach auf

Der Ziegelhersteller Wienerberger hat die Beteiligung an seiner Tochterfirma Tondach Gleinstätten von 50 auf 82 Prozent aufgestockt. Dafür zahlt Wienerberger 41 Millionen Euro. 23,4 Millionen davon finanziert der Konzern über eigene Aktien, den Rest aus Barreserven.

Markus Fellner

Markus Fellner

Die restlichen 18 Prozent von Tondach Gleinstätten halten nun Banken. Dabei handelt es sich nach JUVE Recherchen um die Raiffeisen Bank International (RBI), die Raiffeisen Ungarn, die Erste Group, sowie die UniCredit Bank. Sie werden 26 Millionen Euro der ausstehenden Verbindlichkeiten in Genussrechte umwandeln, um eine Reorganisation der Kapitallage zu ermöglichen. Wienerberger erhält auf diese Bankenbeteiligung zwei Call-Optionen, die 2017 und 2018 ausgeübt werden können.

Damit ziehen sich die Franz Olbrich Privatstiftung und die Wolf Privatstiftung, die bislang gemeinsam 50 Prozent an Tondach Gleinstätten hielten, vollständig zurück.

Tondach Gleinstätten betreibt mit rund 1.830 Mitarbeitern Produktionsstätten in acht Ländern, mit einem Schwerpunkt in Mittel- und Osteuropa. Das Traditionsunternehmen erwartet im laufenden Jahr einen Umsatz von etwa 160 Millionen Euro. Wienerbeger hielt ursprünglich nur 25 Prozent an dem Tondachziegelhersteller. 2011 erwarb der Ziegelkonzern ein weiteres Viertel vom damaligen Joint-Venture-Partner Monier und leitete erste Sanierungsmaßnahmen bei der hoch verschuldeten Produktionstochter ein.

Die Wienerberger AG ist mit 230 Werken in 30 Ländern der größte Ziegelproduzent weltweit. 2013 erwirtschaftete das Unternehmen mit fast 12.000 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 1,9 Milliarden Euro.

Berater Wienerberger
Alix Frank (Wien): Dr. Alix Frank-Thomasser – aus dem Markt bekannt
Fellner Wratzfeld & Partner (Wien): Dr. Markus Fellner (Bank- und Finanzrecht/Restrukturierung), Dr. Florian Kranebitter (Corporate/Restrukturierung)
Merz Jacobsen (Berlin): Kay Jacobsen – aus dem Markt bekannt
Inhouse: Judith Ableitinger (Corporate Development), Bernd Braunstein (Corporate Legal Services), Stefan Huber (Corporate Treasury)

Berater Banken
Schönherr (Wien): Dr. Wolfgang Höller (Restrukturierung), Ursula Rath (Bank- und Finanzrecht)

Bernhard Astner

Bernhard Astner

Berater Franz Olbrich Privatstiftung
Held Berdnik Astner & Partner (Graz): Dr. Bernhard Astner (M&A/Corporate), Doris Braun (Arbeitsrecht)

Berater Wolf Privatstiftung
Rasteiger Mühl & Partner (Kapfenberg): Dietmar Mühl (Notar) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Alix Frank-Gründungspartnerin Frank-Thomasser berät Wienerberger JUVE Informationen zufolge seit mehr als 20 Jahren gesellschaftsrechtlich und auch in streitigen Angelegenheiten. Für kartellrechtliche Fragen und Freigaben zieht das Unternehmen regelmäßig den Berliner Anwalt Kay Jacobsen hinzu. Er navigierte den Konzern beispielsweise auch durch das sogenannte Tondachziegelkartell-Verfahren in Deutschland.

Restrukturierungsexperte Fellner und sein Kollege Kranebitter waren erstmalig für Wienerberger tätig. Sie kümmerten sich primär um die Neustrukturierung der Finanzierung der Tondach Gruppe, die von einem sogenannten ‚Stand Still‘, über den Schuldenschnitt bis zur avisierten Umwandlung von Anteilen in Genussrechte reichte. Fellner gilt als exzellent vernetzt bei Banken und ist regelmäßig aufseiten von Gläubigerbanken in Unternehmenskrisen zu sehen. So beriet er auch die Konsortialbanken in der Alpine-Insolvenz sowie die UniCredit Bank Austria bei der Restrukturierung von Baumax.

Schönherr-Partner Höller zählt ebenfalls zu den anerkannten Anwälten für Restrukturierungen mit einem guten Standing bei Banken. Im Rahmen der Sanierungsverhandlungen von Baumax wurde er etwa von der RBI und dem Gläubigerkonsortium mandatiert. Schon als Wienerberger 2011 erstmalig ihre Beteiligung an Tondach Gleinstätten aufstockte, waren Schönherr-Kollegen involviert. Damals vertraten die Partner Gudrun Stangl Lutz und Florian Kusznier auf der Gegenseite die Anteile abgebende Monier-Gruppe.

Die Familienstiftungen setzten auf ihre Stammberater. Notar Dietmar Mühl ist seit Dezember Mitglied im Aufsichtsrat der Tondach Gleinstätten.

Auch Astner ist nun im Aufsichtsrat vertreten. Er pflegt ebenfalls eine langjährige Mandatsbeziehung mit dem Gründer der Tondach Gleinstätten, Franz Olbrich-Krampl, und ist darüber hinaus seit 13 Jahren als Stiftungsvorstand für die Olbrich Privatstiftung tätig. Dieses Engagement ist nicht ungewöhnlich für die Kanzlei. Astner übernimmt immer wieder auch die operative Geschäftsführung sanierungsbedürftiger Firmen. So ist er etwa Vorstand des Immobilienentwicklers Asset One. (Sonja Behrens)

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