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06.10.2014

Ungarn: Grama berät VCP bei Kauf von Springer/Ringier-Aktivitäten

Axel Springer und Ringier strukturieren ihr Ungarn-Geschäft neu: Dazu verkaufen der deutsche und der Schweizer Verlag mehrere Zeitschriften an den Investor Vienna Capital Partners (VCP). Das restliche Portfolio bringen sie in ihr Gemeinschaftsunternehmen Ringier Axel Springer Media ein.

Bernd Grama

Bernd Grama

Im Einzelnen gehen an VCP die Tageszeitung Népszabadság, die Wirtschaftszeitung Világgazdaság sowie mehrere Regionalzeitungen, Sport-, Frauen- und Jugendzeitschriften.

Zu Ringier Axel Springer Media gehören nun die Marken Blikk und blikk.hu, Vasarnapi Blikk, mehrere Frauenmagazine, TV-Zeitschriften und deutsche Lizenztitel wie Glamour, Geo und Auto Bild. Rund ein Fünftel des aktuellen Umsatzes generieren die digitalen Medien.

Die ungarischen Kartell- und Medienbehörden haben den Kauf bereits genehmigt, allerdings zog die Medienbehörde den Abschluss des Deals in die Länge, denn das Signing hatte bereits im Februar stattgefunden.

Die Schweizer Ringier und Axel Springer gründeten das Gemeinschaftsunternehmen Ringier Axel Springer Media 2010, um die Aktivitäten beider Anteilseigner in Mittel- und Osteuropa zu bündeln. Es unterhält seinen Hauptsitz in Zürich und beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter. Vor allem in Polen, Serbien und der Slowakei ist das Unternehmen mit mehr als 100 Digital- und Printprodukten präsent.

Willibald Plesser

Willibald Plesser

Berater VCP Capital Partners
Grama Schwaighofer Vondrak (Wien): Dr. Bernd Grama (Federführung), Dr. Wolfgang Lafite (beide Corporate M&A)
DLA Piper (Budapest): András Posztl (Federführung), István Szatmáry (beide Corporate M&A)

Berater Ringier und Axel Springer
Freshfields Bruckhaus Deringer (Wien): Dr. Willibald Plesser (Gesellschaftsrecht M&A; Federführung), Dr. Bertram Burtscher (Medien), Dr. Frank Röhling (Kartellrecht, Berlin); Associates: Johannes Lutterotti, Karoline König, Nikolaus Blaschke (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Caroline Liertzer (Medien/Digital; beide Rechtsanwaltsanwärter)
Oppenheim (Budapest): József Fenyvesi (Gesellschaftsrecht; Federführung),Gabor Fejes (Kartellrecht); Associates: Barna Fazekas, Lilla Lovas (beide Gesellschaftsrecht M&A), Lia Scheuer-Szabó (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Axel Springer; Berlin): Dr. Marcus Wandrey (Corporate, Kartellrecht), Harck-Oluf Nissen (Leitung Gesellschaftsrecht)
Inhouse Recht (Ringier; Zürich): Caterina Ammann, Barbara Stamm

Hintergrund: Die Kanzleien Grama Schwaighofer Vondrak und DLA verbindet eine gemeinsame Vergangenheit: 2011 hatte sich Grama Schwaighofer Vondrak von DLA in Wien abgespalten, Ende 2013 wechselte auch Lafite die Sozietät. Er brachte seine langjährige Mandantin VCP mit, für die auch Grama schon mehrfach tätig war.

Eine enge Beziehung zu Freshfields pflegt auch Axel Springer-Jurist Wandrey. Er arbeitete fünf Jahre als Associate im Berliner Büro von Freshfields, bevor er in den Verlag wechselte. Unabhängig davon war Freshfields schon häufiger in der Vergangenheit an der Seite von Axel Springer zu sehen.

Allerdings ist die Mandatsbeziehung nicht exklusiv: Beim Verkauf von Springer-Printmedien an Funke betreute Freshfields kartellrechtliche Fragen – ebenfalls mit Röhling –, im Gesellschaftsrecht und M&A setzte der Verlag allerdings auf Hengeler. Deren Mandatsbeziehung hatte sich durch den Wechsel von Dr. Konrad Wartenberg zu Axel Springer gefestigt, da er schon eine Reihe von Deals gemeinsam mit Hengeler zu Zeiten seiner Tätigkeit für Porsche gestemmt hatte. Auch auf Milbank griff Axel Springer in der Vergangenheit regelmäßig zurück, beispielsweise bei der Gründung der Kooperation mit Ringier.

Mit Oppenheim als Beraterin zu ungarischen Aspekten des Verkaufs wurde das ehemalige Freshfields-Büro in Budapest involviert. Dieses ist seit 2007 eigenständig, arbeitet aber immer noch mit Freshfields in einzelnen Mandaten zusammen. (Eva Flick)

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