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18.12.2014

Welser und Schwarz berufen: VIAC-Präsidium offen für neue Impulse

Das Präsidium des Internationalen Schiedsgerichts der Wirtschaftskammer Österreich (VIAC) wächst zum Jahreswechsel um zwei Mitglieder: Mit Prof. Dr. Irene Welser (50) von CHSH Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati zieht eine Frau in das Gremium ein, mit WilmerHale-Partner Franz Schwarz (41) wurde erstmals ein Londoner Partner ins VIAC-Präsidium berufen.

Franz Schwarz

Franz Schwarz

Mit den beiden Neumitgliedern umfasst die Spitze der österreichischen Schiedsorganisation zwölf Mitglieder plus einen Ehrenpräsidenten. Gleichsam öffnet sich das Vienna Arbitral Center (VIAC) weiter auch internationalen Repräsentanten.

Bemerkenswert ist insofern die Bestellung von Schwarz. Der Österreicher ist zwar hierzulande als Anwalt eingetragen, hat jedoch in Österreich nie als solcher gearbeitet. Er verbrachte seine Karriere überwiegend in London, für WilmerHale ist der Schiedsexperte dort und Frankfurt tätig. Er steht der internationalen Schiedspraxis bei WilmerHale als Co-Leiter vor. Zudem ist er Mitglied des Exekutivkomitees der Schweizer Schiedsvereinigung Swiss Arbitration Association.

Schwarz gilt als einer der erfahrensten Schiedsrechtler der jüngeren Generation und laut Marktkennern als einer der wichtigsten Repräsentanten Österreichs in der internationalen Schiedsszene. Das ist zentral: Es gehört zu den Kernaufgaben des VIAC-Präsidiums, Wien als Schiedsort für internationale Schiedsverfahren zu vermarkten.

Für den Vizepräsidenten des VIAC, Dr. Günther Horvath, ist die Berufung von Schwarz die Fortsetzung der seit einiger Zeit verfolgten Linie. „In einer Schiedsorganisation wie der unseren, die ausschließlich internationale Schiedsfälle verhandelt, ist Transparenz das oberste Gebot. Das Vertrauen internationaler Unternehmen wächst, wenn sie wissen, dass anerkannte internationale Schiedspraktiker Teil des Boards sind“, so der Wiener Partner von Freshfields Bruckhaus Deringer.

Schwarz stehe künftig für London, während bereits jetzt Dr. Richard Kreindler, Frankfurter Partner von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton, im VIAC die USA und Deutschland repräsentiere, genau wie der frühere Freshfields-Managing-Partner für China, Dr. Michael Moser, für Asien stehe, erklärte Horvath.

Noch bilden Schiedsverfahren mit CEE-Bezug mit über 40 Prozent den Schwerpunkt der VIAC-Verfahren, jedoch sieht Horvath die Zukunft des Schiedsortes Wien auch anderswo. „Wir finden, dass Wien ideal platziert ist für Streitigkeiten zwischen Parteien aus Civil-Law-Ländern aus Asien und Westeuropa.“  Denn sie verfügten jeweils über die gleiche Zivilrechtstradition. „Das bietet sich für Westeuropäer häufig eher an als die Schiedsorte Hongkong und Singapur mit ihrem Common-Law-System.“

Irene Welser

Irene Welser

Das sieht auch Irene Welser so. Sie war kürzlich als vortragende Teilnehmerin bei der VIAC-Roadshow in Asien dabei und ist Mitherausgeberin des ‚Austrian Yearbook on International Arbitration‘. Die Leiterin der Streitpraxis bei CHSH gilt als sehr erfahrene Schiedsexpertin und ist als solche eine der bekanntesten Anwältinnen Wiens.

Die Arbeit des VIAC-Präsidiums hat unmittelbare Auswirkungen auf den Verlauf von Schiedsverfahren. Nicht nur ist es für das Regelwerk und die Vermarktung zuständig. Es entscheidet unter anderem auch über Ablehnungsanträge oder Ersatzbestellungen von Schiedsrichtern. (Jörn Poppelbaum)

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