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05.01.2015

Jetzt doch: Advent und EBRD greifen mit Wolf Theiss und DLA bei Hypo-Balkanbanken zu

Der US-Finanzinvestor Advent International und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) haben nun doch das Südosteuropa-Netzwerk der einstigen Hypo Alpe-Adria-Bank International erworben. Der vorläufige Kaufpreis liegt bei 200 Millionen Euro, abhängig von dem Jahresergebnis 2014 sowie 2015. Als Mindest-Kaufpreis wurden 50 Millionen Euro vereinbart.

Andrea Gritsch

Andrea Gritsch

Ende November waren die Verkaufsverhandlungen zunächst für gescheitert erklärt worden, als das Konsortium eine Frist für eine Vertragsannahme hatte verstreichen lassen. Die Hypo-Bad-Bank Heta Resolution hatte die Assets Ende Oktober an die Fimbag, die Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft des Bundes, übertragen. Sie ist für die Verwaltung der Staatsanteile und der Kapitalhilfen für Banken zuständig.

Das SEE-Netzwerk umfasst sechs Bankenbeteiligungen in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro mit einer Bilanzsumme von rund 8,4 Milliarden Euro, 245 Filialen und 1,15 Millionen Kunden. Bestehen bleiben zunächst Refinanzierungslinien der Heta an das SEE-Netzwerk im Ausmaß von rund 2,2 Milliarden Euro, die nach und nach zurückgeführt werden.

Der Vollzug der Transaktion steht unter anderem noch unter dem Vorbehalt einer positiven Beihilfenentscheidung der Europäischen Kommission und der Genehmigung der relevanten Aufsichtsbehörden. Das Closing wird bis Mitte 2015 erwartet.

Ursprünglich hatte es noch weitere Interessenten an den Balkanbanken oder Teilen davon gegeben: eine bulgarisch-russische Investorengruppe, angeführt von der bulgarischen VIA Group und unterstützt von der russischen Bank VTB, sowie die Expobank des russischen Geschäftsmanns Igor Kim. Zuletzt hatte überdies der Staatskonzern China Energy Reserve & Chemicals Interesse bekundet.

Berater Advent
Wolf Theiss
(Wien): Dr. Andrea Gritsch (Federführung Banking/M&A), Dr. Claus Schneider (Federführung Finance), Dr. Richard Wolf (Bankenrecht), Luka Tadić-Čolić (M&A/Bankrecht; Zagreb), Klemen Radosavljevič (M&A; Ljubljana), Nataša Lalović (M&A; Belgrad), Dr. Günter Bauer (EU-Beihilfenrecht), Dr. Matthias Unterrieder (Arbeitsrecht), Roland Marko (Immaterialgüterrecht), Dr. Karl Binder (Immobilienrecht), Naida Čustović (Corporate/Bankrecht; Sarajevo), Christine Siegl (Aufsichtsrecht); Associate: Zeno Grabmayr (Banking/M&A; Rechtsanwaltsanwärter)
Inhouse (Advent; Boston): James Westra (General Counsel, Chief Legal Officer)

Berater EBRD
DLA Piper: Paolo Zamberletti (Federführung; Mailand), Dr. Christoph Mager (Wien), John Gallon (Leeds) ;Associate Laura Belardinelli (Mailand; alle Corporate)
Inhouse (EBRD; London): Enrico Canzio (Principal Counsel)

Berater Fimbag
CMS Reich-Rohrwig Hainz (Wien): Dr. Wieland Schmid-Schmidsfelden, Dr. Rainer Wachter (beide Federführung; beide Corporate), Dr. Bernt Elsner (EU-Wettbewerbsrecht); Associates: Dr. Anna Wieser, Oliver Werner, Eva Maria Vögerl (Corporate), Marlene Wimmer, Molly Kos (beide EU-Wettbewerbsrecht; alle drei Rechtsanwaltsanwärter)

Berater Heta
Schönherr (Wien): Dr. Sascha Hödl (Federführung), Dr. Robert Bachner (beide Corporate/M&A), Dr. Peter Feyl (Bank- und Kapitalmarkrecht), Dr. Wolfgang Höller (Restrukturierung); Associates: Dr. Thomas Kulnigg, Dr. Philipp Kapl (beide Corporate/M&A; Rechtsanwaltsanwärter)
Gleiss Lutz (Brüssel): Dr. Ulrich Soltész (Federführung), Dr. Christian von Köckritz; Associate: Dr. Christian Wagner (alle Beihilferecht)

Hintergrund: Wolf Theiss hat den Deal, der zu den komplexesten Transaktionen im Bankensektor der vergangenen Jahre zählt, für Advent mit einem internationalen Anwaltsteam betreut. Über die Mandatsbeziehung von Wolf Theiss zu Advent ist kaum etwas bekannt. Bei Private-Equity-Deals mit Österreich-Bezug setzte der Investor in Vergangenheit eher auf die Hypo-Beraterin Schönherr, etwa beim Ausstieg aus der Billig-Textilkette Takko zum Jahreswechsel 2010/11. Den Zuschlag für Umstrukturierung und Verkauf des SEE-Geschäfts der Hypo Alpe-Adria hatte Schönherr-Partner Hödl bereits vor knapp drei Jahren erhalten. Jedoch hatte sich der Verkauf durch viele Schwierigkeiten immer weiter verzögert. Seinerzeit hatte die Bank noch mit Erlösen von 1,5 Milliarden Euro gerechnet.

Advent-General Counsel Westra ist 2011 in dem Unternehmen tätig. Zuvor war er Partner bei der US-Kanzlei Weil Gotshal & Manges und dort unter anderem Mitglied im Management Committee sowie Co-Leiter der weltweiten Private Equity-Praxis der Kanzlei.

DLA kam primär aufgrund eines von dem italienischen Partner Zamberletti initiierten Pitch ins Mandat wurde. Dementsprechend hatte er auch die Federführung in dem Mandat. In Wien hatte DLA die EBRD in der Vergangenheit bereits öfters im Zusammenhang mit Legal Opinions für Finanzierungen betreut.

Auch CMS war ins Mandat gekommen, nachdem die Kanzlei eine Ausschreibung des Finanzministeriums gewonnen hatte. CMS-Partner Schmid-Schmidsfelden gilt als gut vernetzt bei der Fimbag beziehungsweise der ÖIAG. Die Fimbag hatte den jetzt zum Abschluss gebrachten Verkaufsprozess geleitet, nachdem ihr Ende Oktober die Assets übertragen worden waren und die vorherigen Verhandlungen für gescheitert erklärt worden waren. 

Insofern arbeiteten CMS und die von der Hypo-Bad-Bank Heta Resolution mandatierten Kanzleien Schönherr sowie in beihilferechtlichen Aspekten auch Gleiss Lutz zuletzt in einigen Aspekten eng zusammen. Das Team um Gleiss-Partner Soltész berät die Hypo Alpe-Adria bereits seit 2011 im Beihilferecht und begleitete die Bank unter anderem im Beihilfeverfahren vor der Europäischen Kommission. (Geertje de Sousa)

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