Artikel drucken
19.03.2015

Übernahmeangebot: CA Immo und Immofinanz setzen auf Stammberater und Inhouse

Die O1-Gruppe des russischen Milliardärs Boris Mints und die österreichische Immobiliengesellschaft CA Immo planen, ein freiwilliges öffentliches Teilangebot für die Immofinanz AG abzugeben. Sie wollen gemeinsam rund 150.000 Aktien oder 13,5 Prozent des Grundkapitals an der Immobiliengesellschaft erwerben.

Christoph Diregger

Christoph Diregger

CA Immo teilte mit, bereits rund drei Prozent der Anteile an der Immofinanz zu halten, so dass die Beteiligung bei einem erfolgreichen Angebot insgesamt auf über 18 Prozent des Grundkapitals steigen würde. Die Unternehmen bieten derzeit 2,80 Euro pro Aktie – ein Preis, den Immofinanz-Chef Eduard Zehetner umgehend als zu niedrig zurückgewiesen hat.

Das Angebot wird nach dem österreichischen Übernahmegesetz wohl noch im Laufe des März veröffentlicht werden. Danach haben die Aktionäre drei Wochen Zeit, das Angebot anzunehmen. Zudem steht es unter den Bedingungen kartellrechtlicher Freigaben.

Die russische O1-Gruppe war erst vor rund einem halben Jahr bei CA Immo eingestiegen. Damals hatte sie ein größeres Aktienpaket von der UniCredit Bank Austria erworben.

Berater CA Immo/O1
Inhouse (Wien): Dr. Ingo Steinwender (Group Head of Legal Affairs)
Doralt Seist Csoklich
(Wien): Dr. Christoph Diregger (Gesellschafts-/Kapitalmarktrecht)
Clifford Chance (Düsseldorf): Marc Besen (Kartellrecht)

Berater Immofinanz
Inhouse (Wien): Dr. Lucia Kautzky (Senior Counsel)

Hintergrund: Die Unternehmen vertrauen zum Auftakt des absehbaren Übernahmekampfes weitgehend auf ihre Stammberater. Bei CA Immo gilt Doralt Seist Csoklich als gesetzt. Die Kanzlei berät das Unternehmen seit vielen Jahren sowohl bei Immobilientransaktionen als auch im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht.

O1 war mit dem Einstieg bei CA Immo erstmals in Österreich in Erscheinung getreten. Seinerzeit setzte die Immobiliengruppe auf Dorda Brugger Jordis, die seitdem als laufender Berater hierzulande gilt. Im vorliegenden Fall ist die Kanzlei jedoch wegen eines Interessenkonflikts gesperrt: Sie vertritt das jetzige Target, Immofinanz, seit Jahren bei den gerichtlichen Auseinandersetzungen um vermeintliche Prospekthaftungsfehler von damaligen Immoeast-Papieren. Clifford Chance, die hier ausschließlich im Kartellrecht beriet, ist eine der Stammkanzleien von O1 in Moskau.

Immofinanz hat offiziell noch keine externen Anwälte mandatiert. Es ist jedoch bekannt, dass der Konzern an der Schnittstelle Gesellschafts-/Kapitalmarktrecht seit Langem auf bpv Hügel setzt. JUVE-Informationen zufolge liegt eine entsprechende Mandatierung auch im aktuellen Fall nahe.

Freiwillige öffentliche Teilangebote haben in Österreich bislang Seltenheitswert. Zuletzt ging O1 beim Einstieg bei CA Immo allerdings auf demselben Wege vor. (Jörn Poppelbaum)

  • Teilen