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07.07.2015

Krisenbank: Union Investment kauft ÖVAG-Portfolio mit CMS

Die Fondsgesellschaft Union Investment kauft über die Bad Bank ,Immigon‘ einen Großteil des Restbestandes der österreichischen Krisenbank Österreichische Volksbanken (ÖVAG).

Johannes Trenkwalder

Johannes Trenkwalder

Konkret erwirbt Union 100 Prozent der Anteile an der Volksbank Invest Kapitalanlagegesellschaft (VB Invest) sowie 94,5 Prozent der Anteile an der Immo Kapitalanlage (Immo KAG) von der ÖVAG-Nachfolgerin Immogen Portfolioabbau. Sie hatte sich in einem Bieterprozess durchgesetzt.

Die verbleibenden 5,5 Prozent der Immo KAG gehen auf die neue Zentralorganisation des Volksbanken-Verbundes über, die Volksbank Wien-Baden. Das Closing wird vorbehaltlich der Zustimmung der österreichischen Finanzbehörden für das dritte Quartal 2015 erwartet. Der Kaufpreis soll laut Presseberichten im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen.

Die VB Invest und Immo KAG verwalten Assets in Höhe von derzeit etwa 5,4 Milliarden Euro. Die VB Invest bietet 42 Wertpapierfonds an, die Immo KAG einen Offenen Immobilienpublikumsfonds. Die VB Invest wird unter dem Markendach von Union Investment firmieren. Die Immo KAG behält ihren Markenauftritt voraussichtlich bei.

Der ÖVAG, das Spitzeninstitut der österreichischen Volksbanken, war kürzlich Banklizenz entzogen worden. Insbesondere mit der Expansion auf dem Balkan hatte sich die Bank verspekuliert. Mehrere staatliche Rettungsmaßnahmen im Gesamtwert von über 1,3 Milliarden Euro waren die Folge. Im Herbst 2014 war sie schließlich durch den Stresstest der EZB gefallen. Daraufhin beschlossen die Eigentümer die Abwicklung der Bank. Die Immigon Portfolioabbau ist die Bad Bank der ÖVAG. In dem Zusammenhang wurde der 2012 gegründete Kreditinstituteverbund aufgelöst und ein neuer Verbund gegründet mit der Volksbank Wien-Baden als Zentralorgan.

Berater Union Investment
CMS (Wien): Johannes Trenkwalder (Federführung: M&A), Alexander Rakosi (Regulatory), Sebastian Orthmann (M&A/Immobilienrecht), Daniel Voigt (Regulatory), Tillman Kempf, Jesko Nobiling (beide Steuern; alle vier Hamburg), Helmut Bruckner (Immobilienrecht; of Counsel); Associates: Lisa Oberlechner (Corporate), Oliver Werner (Corporate/Real Estate), Dieter Zandler (Kartellrecht), Martin Trapichler (Immobilienrecht), Marie-Stephanie Schweizer, Jens Winter (beide Arbeitsrecht), Simonetta Hahn, Eva Heidemann, Stefanie Nagel, Sebastian Huck (alle Immobilienrecht; alle vier Hamburg), Caroline Schmidt, Eva-Maria Vögerl (beide Corporate), Martin Schweinberger (beide Immobilienrecht; alle drei Rechtsanwaltsanwärter)
Inhouse (Frankfurt): Dr. Joachim von Cornberg, Dr. Fabian Hannich

Berater ÖVAG/Immigon
Schönherr (Wien): Dr. Ursula Rath (Bank- und Kapitalmarktrecht), Dr. Hanno Wollmann (beide Federführung; Kartellrecht), Dr. Stefan Kühteubl (Arbeitsrecht); Associates: Stefan Paulmayer (Bank- und Kapitalmarktrecht), Dr. Susanne Olt (Arbeitsrecht; Rechtsanwaltsanwärterin)

Berater Volksbank Wien-Baden, Kreditinstituteverband der Volksbanken sowie weitere Volksbanken
Binder Grösswang (Wien): Dr. Michael Binder (Bank-und Finanzrecht), Gottfried Gassner (Corporate), Emanuel Welten, Dr. Stephan Heckenthaler (beide Bank- und Finanzrecht), Tibor Fabian (Banking & Finance), Raoul Hoffer (Beihilfenrecht), Christine Dietz (Beihilfenrecht), Isabelle Innerhofer (Zusammenschlusskontrollverfahren), Horst Lukanec (Arbeitsrecht); Associates: Claudia Fochtmann (Corporate/M&A), Maurizia Anderle-Hauke (Banking & Finance, Bankaufsichtsrecht), Christoph Baumgartner (Corporate/M&A), Mona Holzgruber (Corporate/M&A), Markus Cejka (Banking & Finance), Maximilian Höltl (Banking & Finance), Mathias Deissenberger (Banking & Finance, Bankaufsichtsrecht, alle fünf Rechtsanwaltsanwärter).

Hintergrund: Schönherr ist bereits seit Längerem für die ÖVAG beziehungsweise die Nachfolgeorganisation Immigon tätig. So berieten die Anwälte beispielsweise beim Verkauf der Volksbank Malta oder 2013 beim Verkauf der kroatischen Asset-Management-Ggesellschaft. Auch bei der Teilverstaatlichung der Bank und beim Verkauf der Osteuropa-Tochter an die Sberbank waren die Schönherr-Anwälte tätig.

CMS ist in Deutschland laufend für Union Investment tätig. Von Hamburg aus betreuen die Anwälte Projekte im Immobilienbereich, aus dem Frankfurter Büro bei M&A-Transaktionen. Der Frankfurter Partner Dr. Hendrik Hirsch war es auch, der den Kontakt zwischen seinen österreichischen Kollegen und Union Investment herstellte. Soweit bekannt, hat Union Investment auch noch andere Kanzleien in Wien in Betracht gezogen.

Binder Grösswang hatte bereits 2012 die regionalen Volksbanken bei der Gründung des damaligen Kreditinstitutverbundes beraten und war hier unter anderem bei der Auflösung und Neugründung des Verbundes tätig sowie dann aufseiten der Volksbank Wien-Baden beim Spaltungsvorgang der ÖVAG und den anschließenden Verhandlungen mit den zuständigen Bundesministerien, der EZB und der EU-Kommission. (Catrin Behlau)

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