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17.07.2015

Milliardenübernahme: Brandl & Talos berät bwin.party bei Angebot von Wettbewerber 888

Der britische Online-Glücksspielanbieter 888 Holdings will den größeren Rivalen bwin.party übernehmen. Der Kaufpreis in Höhe von umgerechnet rund 1,29 Milliarden Euro soll bar und in Aktien bezahlt werden. 888 setzte sich im Bieterverfahren gegen die GVC Holdings durch, ebenfalls Anbieterin von Online-Glücksspielen.

Thomas Talos

Thomas Talos

Als Finanzberater wurde die Deutsche Bank hinzugezogen.

Das Angebot von 888 beläuft sich auf umgerechnet knapp 1,50 Euro je bwin.party-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von gut 16 Prozent gegenüber Mitte Mai, als die Verhandlungen beider Unternehmen begannen. Das Offert besteht aus umgerechnet rund 56 Eurocent in bar und 0,404 neue 888-Aktien pro bwin-Papier. Nach Abschluss des Deals werden die bwin-Aktionäre den Angaben zufolge 48,9 Prozent des fusionierten Unternehmens besitzen. Bwin.party teilte mit, das Übernahmeangebot zu empfehlen.

Beide Unternehmen sind derzeit an der Londoner Börse notiert. 888 ist dort umgerechnet umgerechnet 818 Millionen Euro wert, bwin.partys Marktkapitalisierung beträgt mehr als 1,2 Milliarden Euro.

Die österreichisch-britische bwin.party digital entertainment mit Börsennotiz in London hat sich 2014 selbst zum Verkauf gestellt. Der Vorläufer, das Wiener Internet-Start-up betandwin, war 1997 von Manfred Bodner und dem nunmehrigen bwin.party-Chef Nobert Teufelberger gegründet worden. Betandwin heißt seit 2006 bwin und fusionierte 2011 mit der britischen PartyGaming.

Laut den Angebotsunterlagen besitzt Teufelberger knapp 12,2 Millionen Aktien, das ist ein Anteil von 1,47 Prozent an bwin.party. Der Industrielle Hannes Androsch hält vier Prozent.

Berater 888
Allen & Overy (London): Ed Barnett, Anabelle Croker (Corporate), Denise Gibson, Jake Keaveny (Bank- und Finanzrecht), James Roe (Kapitalmarktrecht); Associate: Erynne Lim – aus dem Markt bekannt
Herzog Fox & Neeman (Tel Aviv): Gil White (Bank- und Finanzrecht, E-Commerce) – aus dem Markt bekannt

Berater bwin.party
Freshfields Bruckhaus Deringer (London): Priers Jones (Federführung), Christopher Mort (beide Corporate); Associate: James Vernon – aus dem Markt bekannt
Brandl & Talos (Wien): Thomas Talos (Federführung), Will Hutchinson; Associates: Nicholas Aquilina, Elena Urlesberger, Katharina Mihalovic (alle Due Diligence; alle Rechtsanwaltsanwärter)
Inhouse (Gibraltar): Robert Hoskin (Company Secretary) – aus dem Markt bekannt

Berater GVC
Addleshaw Goddard (London): Nick Pearey (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Inhouse (London): Daniel Talisman (Group’s General Counsel and Company Secretary) – aus dem Markt bekannt
Noerr: Christian Mayer (Glückspielrecht; München), Dr. Alexander Birnstiel (Kartellrecht; Brüssel/München), Georg Edelmann (Steuerrecht; München), Janik Gossler (Commercial; Frankfurt), Dr. Sebastian Janka (Kartellrecht; München), Arkadiusz Ruminski (Warschau; Glücksspielrecht), Associates: Robert Korndörfer, Sebastian Diehl (beide Corporate; London), Dr. Tobias Kruis (Kartellrecht; München) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die bwin.party-Gruppe zählt zu den Stammmandanten von Talos, der für den Unternehmensverbund immer wieder internationale Transaktionen koordiniert. Sein Team begleitete den Due-Diligence-Prozess und beriet bei regulatorischen Fragen der Zusammenschlusskontrolle.

Bei der Fusion mit der britischen Party Gaming war Freshfields mit dem auch hier beteiligten Partner Christopher Mort noch für PartyGaming tätig, bwin setzte damals auf ein Team von Clifford Chance und Bird & Bird an der Seite von Brandl & Talos. (Geertje de Sousa)

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