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01.09.2015

Rückschlag für Baker: Kapitalmarktrechtler Spatz wechselt zu Held Berdnik Astner

Die aus Graz stammende Kanzlei Held Berdnik Astner verstärkt ihr Wiener Büro: Zum September wechselte Dr. Philipp Spatz (41) als Partner in die Kanzlei. Er kommt von Baker & McKenzie Diwok Hermann Petsche, wo er als Local-Partner für den Aufbau des Equity-Capital-Markets-Bereichs stand.

Philipp Spatz

Philipp Spatz

Der Weggang kommt unerwartet. Spatz war 2008 aus der renommierten Kapitalmarktpraxis von CHSH Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati zu Baker gestoßen, um speziell den ECM-Bereich aufzubauen und zu leiten. So betreute er zuletzt etwa den Re-IPO von Lenzing sowie das Listing von Do&Co in Istanbul.

Seit dem seinerzeit ebenfalls überraschenden Wechsel des damaligen Baker-Senior Associates Christoph Moser im April 2014 zu Weber Rechtsanwälte betreute Spatz auch den Bereich Debt Capital Markets. Beide gemeinsam berieten etwa die komplexe Kapitalerhöhung von AT&S.

Insofern erfährt der Ausbaukurs, den Baker in den letzten Jahren gefahren hat, durch den Wechsel von Spatz einen herben Rückschlag. Allerdings ist die Kanzlei mit der breiter aufgestellten Kapitalmarktrechtlerin und Local-Partnerin Dr. Eva-Maria Ségur-Cabanac sowie dem Anwalt und früheren Geschäftsstellenleiter der Übernahmekommission, Stefan Arnold, weiter in dem Bereich tätig. Nach derzeitigem Stand dürfte der Fokus nun aber stärker auf öffentlichen Übernahmen liegen.

Bei hba hat Spatz standortübergreifend die Zuständigkeit für das Kapitalmarktrecht und soll den Bereich aufbauen. Zudem übernimmt er im Wiener Büro die Leitung der Bereiche Unternehmens- und Gesellschaftsrecht sowie Bank- und Kapitalmarktrecht. Kanzleiweit liegt der Schwerpunkt der Corporate-Praxis von hba bisher in Graz, wo vor allem regionale Mittelständler, vielfach an der Schnittstelle zu Restrukturierungen und bei kleinen bis mittleren M&A-Deals beraten werden. Mit Spatz erhofft sich hba nun eine vermehrte Nachfrage von Banken.

Weiterer Zugang in Wien

Cattina Leitner

Cattina Leitner

Bereits im August ist zudem Dr. Cattina Leitner (53) zum Wiener hba-Team gestoßen. Sie war bisher Richterin am Landesgericht Graz und bringt viel Erfahrung im Arbeits- und Sozialrecht mit. Weiters erfüllt sie seit vielen Jahren einen Lehrauftrag auf der Karl-Franzens-Universität in Graz, wo sie darüber hinaus Vorsitzende der Schiedskommission ist. Weitere Schwerpunkte liegen im Privatstiftungsrecht und im Universitätsrecht. Leitner ist als Anwältin bisher nicht eingetragen, ist also formal Rechtsanwaltsanwärterin.

In Wien sind mit den Zugängen insgesamt ein Equity-Partner, drei Non-Equity-Partnerin und vier Rechtsanwaltsanwärter mit einem Schwerpunkt in den Bereichen Corporate bzw. Bank-, Finanz- und Kapitalmarktrecht. Außer Spatz arbeiten noch ein Partner und eine Rechtsanwaltsanwärterin mit einem Fokus im Bank- und Kapitalmarktecht sowie bei Finanzierungen.

Das Wiener Büro von hba hatte eine Schlüsselrolle in der Aufarbeitung  der Vergangenheit der Hypo Alpe-Adria eingenommen. Sie überprüfte unter anderem mehr als 120 Kredit- und Leasingfälle. Laut dem Nachrichtenmagazin ‚News‘ brachte ihr das Mandat einen zwischen 2010 und 2013 Umsatz von mehr als 7,2 Millionen Euro ein. (Geertje de Sousa, Jörn Poppelbaum)

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