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14.01.2016

Fiebinger Polak: Namenspartner Leon macht sich selbstständig

Nächster Abgang bei Fiebinger Polak Leon & Partner (FPLP): Mit Ende Jänner verlässt Namenspartner Dr. Christoph Leon die Kanzlei. Der 58-Jährige Medienrechtler macht künftig alleine weiter, geht aber gleichzeitig eine Kooperation mit der anerkannten Wiener Insolvenzkanzlei Stapf Neuhauser ein.

Christoph Leon

Christoph Leon

Der Weggang eines Namenspartners war seit Monaten erwartet worden, die Kanzlei hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie sich seit einiger Zeit im größten Umbau seit ihrem Entstehen vor 16 Jahren befindet.

Nach Angaben von FPLP erfolgt der Schritt denn auch wohlvorbereitet und im besten Einvernehmen mit den Partnern Dr. Rudolf Fiebinger (59), Dr. Peter Polak (55) und Bert Ortner (49). „Meine Lebensplanung hat sich in den vergangenen zwei Jahren gewandelt und ich möchte in Zukunft eine überschaubare Zahl von Klienten gesamtheitlich beraten“, heißt es in einer Erklärung von Leon.

Dieser stand bei FPLP für die Beratung von Medienunternehmen sowie vermögender Privatpersonen. Zudem war er auf alternative Streitbeilegung spezialisiert und nahm dadurch eine herausgehobene Position in der anerkannten Konfliktlösungspraxis der Kanzlei ein.

Leon hatte sich 1999 mit seiner eigenen Kanzlei Fiebinger und Polak angeschlossen, die bereits seit 1992 unter einem Dach arbeiten.

Stetiger Abbau

Seit vier Jahren kehren kontinuierlich Partner und Anwälte FPLP den Rücken, darunter auch die jeweiligen Leiter verschiedener Praxen. So hatte der damals jüngste Equity-Partner und Leiter der IP-Praxis, Constantin Kletzer (43), die Kanzlei im Herbst 2014 verlassen. Im Frühjahr 2015 war der Leiter der Bank- und Kapitalmarktpraxis, Dr. Martin Gaggl (42), auf Unternehmensseite gewechselt. Auch der Leiter der Kartellrechtspraxis, Christian Mayer (36), hatte im vergangenen Jahr neue Wege beschritten.

Als erste Equity-Partnerin war bereits 2012 die Immobilien- und Verwaltungsrechtlerin Dr. Manuela Maurer-Kollenz (54) gegangen. Sie ist heute bei Müller Partner in Wien tätig.

Für Rudolf Fiebinger entsprechen Weggänge dem normalen Verlauf der Dinge. „Auch wir bleiben von der generellen Marktentwicklung nicht verschont. Anwaltskanzleien schrumpfen, das trifft auch andere“, erklärte Fiebinger gegenüber der ‚Presse‘.

Tatsächlich haben einige Weggänge bei den beiden Top-Kanzleien Wolf Theiss und Schönherr in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt. Doch außer Wolf Theiss hat im Fünf-Jahres-Vergleich keine der Wiener Großkanzleien ihre Juristenzahl unterm Strich verringert, die meisten wachsen nach JUVE-Berechnungen sogar nach wie vor kontinuierlich. Dagegen büßte FPLP im selben Zeitraum einen erheblichen Teil ihrer Juristen ein: Die Kanzlei bezifferte die Zahl ihrer Juristen vor fünf Jahren noch mit 29, aktuell finden sich noch 10 Juristen inklusiv Christoph Leon auf der Website.

Fiebinger sagte dazu nun in der ‚Presse‘, dass man auch wieder wachsen wolle, denn man gehe ja unter in Arbeit. Aus der Kanzlei heißt es, vor allem Bereiche wie Kartellrecht oder Schiedsverfahren sollten auf absehbare Zeit wieder zulegen. (Jörn Poppelbaum)

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