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17.02.2016

Zielpunkt-Filialen: Fellner und Schönherr sichern Spar und Rewe den Löwenanteil

Ein Großteil der Zielpunkt-Filialen ist nun fix in neuen Händen. Die ersten Fristen zur Stellung eines Antrages auf Prüfung des Zusammenschlusses im kartellgerichtlichen Verfahren endeten kürzlich ohne Einspruch, weitere Fristen laufen in der kommenden Woche ab – laut Marktkennern ist auch hier nicht mit Einschreitern zu rechnen.

Zielpunkt-Filiale in Wien

Zielpunkt-Filiale in Wien

Laut Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) war die überwiegende Anzahl der 96 von der BWB geprüften Übernahmen anmeldepflichtig. Davon betrafen 28 Spar, 26 Rewe (mit Ausnahme von Bipa), 11 Hofer und 7 Dennree. Für Rewe und Dennree liefen die Widerspruchsfristen in den vergangenen Tagen ab, für Hofer und Spar enden sie am 23. beziehungsweise 26. Februar.

41 der Filialübernahmen stufte die Behörde dagegen als wettbewerblich unproblematisch ein. Weitere 23 Filialen können laut BWB nur unter substanziellen Auflagen freigegeben werden. Das wäre beispielsweise die Aufgabe einer bisherigen eigenen Filiale oder eine reduzierte Verkaufsfläche. Bei acht Standorten verweigerte die Behörde aufgrund erheblicher wettbewerblicher Bedenken jegliche Freigabe.

Des Weiteren war die Übernahme von 24 Filialen nicht bei der BWB anmeldepflichtig. Diese betreffen die Käufer Lidl (2 Filialen), dm (7), Fressnapf (2), Bipa (4), Basak (8) sowie MTH Retail (1).

Zielpunkt hatte Ende November vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. 2.700 Mitarbeiter in 229 Filialen waren betroffen. Die zur Pfeiffer-Gruppe gehörende Supermarktkette hatte in Österreich zwar nur einen Marktanteil von 2,5 Prozent, doch nach der Anzahl der Filialen war Zielpunkt die zweitgrößte Supermarktkette hinter Billa. Der Marktanteil von Rewe mit Billa, Merkur, Penny und Adeg beläuft sich österreichweit laut RegioData auf 33,7 Prozent, Spar beansprucht 30,4 Prozent und Hofer nimmt 19,2 Prozent ein.

Die Pleite von Zielpunkt zog auch die Insolvenz des steirischen Fleischverarbeiter Schirnhofer nach sich.

Berater Spar
Fellner Wratzfeld & Partner (Wien): Dr. Markus Fellner (M&A), Dr. Lukas Flener (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Ebner Aichinger Guggenberger (Salzburg): Dr. Daniel Bräunlich (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Rewe
Schönherr (Wien): Dr. Hanno Wollmann (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Arnold (Wien): Dr. Nikolaus Arnold (Vertragsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Hofer
Gumpoldsberger Doppelbauer Bittermann (Sattledt): Dr. Bernhard Gumpoldsberger – aus dem Markt bekannt

Berater Dennree
Greiter Pegger Kofler (Innsbruck): Dr. Georg Huber (M&A, Kartellrecht), Barbara Egger-Russe (M&A, Mietrecht), Dr. Silvia Moser (M&A, Kartellrecht), Dr. Norbert Rinderer (Mietrecht), Dr. Herwig Frei (Arbeitsrecht)
Tiefenbacher (Heidelberg), Dr. Gero Schneider, Dr. Johannes Bickel, Samuel Schwake (alle Kartellrecht)
Inhouse (Recht): Dr. Stefan Klein (Leiter Rechtsabteilung)

Masseverwalter Zielpunkt
Freimüller Obereder Pilz (Wien): Dr. Georg Freimüller

Lukas Flener

Lukas Flener

Hintergrund: Dass Fellner Wratzfeld Spar berät, überrascht. Die Kanzlei steht erstmals in Diensten des Einzelhändlers, der sonst seit Jahren auf CHSH Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati setzt. Daneben begleitet Dr. Daniel Bräunlich Spar seit vielen Jahren in laufenden kartellrechtlichen Fragen, so dass diese Mandatierung naheliegend war. Bräunlich ist seit Sommer 2013 in Kooperation mit der Salzburger Kanzlei Ebner Aichinger Guggenberger tätig. In Salzburg, dem Sitz von Spar Österreich, zählt auch die Kanzlei Pressl Endl Heinrich Bamberger zu den laufenden Beratern des Handelsunternehmens, unter anderem bei Transaktionen.  

Schönherr berät Rewe seit vielen Jahren. Während Schönherr hier das Kartellrecht abdeckt, kümmert sich die Kanzlei Arnold um die vertragsrechtlichen Belange. Arnold ist als Stammberaterin der Signa-Gruppe bekannt, die sie in den vergangenen Jahren bei diversen Immobilientransaktionen begleitete.

Hofer-Beraterin Gumpoldsberger Doppelbauer Bittermann ist eine Kanzlei aus Oberösterreich mit Büros in Wels und Sattledt, die neben den drei Namenspartnern zwei weitere Juristen beschäftigt.

Schließlich ist für Dennree die Innsbrucker Kanzlei Greiter Pegger Kofler durch die Empfehlung der Heidelberger Kanzlei Tiefenbacher ins Mandat gekommen, welche den süddeutschen Einzelhändler Dennree regelmäßig wirtschaftsrechtlich berät. Das Team der Full-Service-Sozietät Greiter Pegger Kofler besteht aus elf Rechtsanwälten und zehn Konzipienten. (Claudia Otto)

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